AK Tirol: Spekulation treibt Mietpreise in die Höhe

Zangerl: Freizeitwohnsitze zählen zu Kostentreibern bei Immobilienpreisen.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Seit vielen Jahren klettern die Mietpreise in Tirol steil nach oben.
© Keystone

Innsbruck – „Es muss weniger Anreize geben, mit Wohnraum zu spekulieren“, sagt Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl. Denn neben anderen Faktoren seien auch Freizeitwohnsitze in Tirol ein Kostentreiber bei Immobilienpreisen und Mieten. „Deshalb gilt es hier, strenge Regeln anzuwenden und die Einhaltung auch zu kontrollieren.“

Nicht nur in Innsbruck oder den Bezirkshauptstädten werde seit dem Jahr 2008 kräftig an der Preisspirale gedreht, auch in den Bezirken selbst steigen die Kosten für Mieten stetig. Die ohnehin hohen Mietkosten in Tirol sind laut AK im vergangenen Jahr weiter gestiegen – von im Schnitt 13,53 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2019 auf 13,62 Euro im Jahr 2020 (gemittelter Hauptmietzins ohne Nebenkosten). Für ihre Erhebung hat die AK von Jänner bis Dezember 2020 tirolweit 4879 Inserate analysiert. Wie schon 2019 hatte demnach auch voriges Jahr der Bezirk Kitzbühel die höchsten Mietpreise. Dort stieg die durchschnittliche Miete von 17,05 auf 17,33 Euro. Auch in Innsbruck-Stadt sowie den Bezirken Kufstein, Schwaz und Reutte stiegen die Mieten. So sind laut AK im Bezirk Kufstein nun 12,11 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen (2019: 11,20) und im Bezirk Schwaz 11,20 Euro (2019: 10,52). Rückgänge gab es in Innsbruck-Land (von 12,29 auf 12,13 Euro), im Bezirk Landeck (von 11,31 auf 10,36 Euro), im Bezirk Imst (von 10,74 auf 10,24 Euro) und in Osttirol (von 7,77 auf 7,53 Euro).

Selbst wenn in einigen Bezirken die Mietpreise leicht zurückgingen, bewegen sich die Mietpreise in Tirol weiterhin auf hohem Niveau, so Zangerl. „Die Mietkosten bleiben hoch, vielen fehlt aber aufgrund der Arbeitsmarktsituation das Geld.“ Nicht umsonst fordere die Arbeiterkammer eine Anhebung des Arbeitslosengeldes, zumal nach wie vor mehr als 355.000 Menschen in Österreich arbeitslos sind, in Tirol sind es mehr als 33.000, so der AK-Chef. (mas)


Kommentieren


Schlagworte