Schwaz scheitert nach Krimi an Hard: „Bitterer kann man nicht ausscheiden“

Im Halbfinal-Krimi brachte Schwaz Handball Tirol den HC Hard am Montag an den Rand einer Niederlage. Trotz Führung bis zur 59. Minute mussten sich die Tiroler in der Verlängerung noch mit 33:34 beugen.

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Gekämpft, aber nicht belohnt: Schwaz mit Spendier (M.) zog gegen Hard den Kürzeren.
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Von Benjamin Kiechl

Schwaz – In der Schlussphase hielt es niemand mehr sitzend aus. Die 150 Fans in der Osthalle klatschten, das Handballer-Herz schlug fast im Gleichklang mit dem Trommelwirbel. Erstmals seit dem Ferlach-Heimspiel am 31. Oktober 2020 waren in der Heimstätte von Sparkasse Schwaz Handball Tirol wieder Fans erlaubt. Die Truppe von Coach Frank Bergemann präsentierte sich am Montag im zweiten Handball-Halbfinale fest entschlossen und kratzte gegen den HC Hard an der Sensation. Doch wie bereits im ersten Spiel (31:35 nach Verlängerung) mussten die Adler mit 33:34 (29:29, 14:15) nach Verlängerung als Verlierer vom Parkett. Nach der bärenstarken Leistung hätte man sich ein drittes Spiel mehr als verdient gehabt.

„Bitterer kann man nicht ausscheiden in einem Halbfinale“, meinte Trainer Frank Bergemann sichtlich konsterniert. Es roch nach der Sensation, doch es wollte nicht sein. „Das waren zwei so intensive Spiele, es war reine Glückssache, wer die Verlängerung für sich entscheidet.“

Coach Bergemann war ratlos.
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Denn bis zur letzten Minute der regulären Spielzeit lagen die Tiroler in Führung. Doch dann kamen die „roten Teufel“ mit Lukas Schweighofer, der per Siebenmeter auf 29:29 stellte. In der Verlängerung kämpften sich die Tiroler erneut zurück, doch Hard hatte den längeren Atem.

„Wir können Rückstände aufholen, aber Führungen noch nicht verwalten“, meinte Bergemann in einer Blitz-Analyse. Die Saison mit dem Gewinn des Grunddurchgangs und dem Viertelfinal-Aufstieg gegen Rekordmeister Bregenz wird man sich mit etwas Abstand auf der Zunge zergehen lassen. Am Montagabend überwog in der Osthalle aber der bittere Geschmack des Ausscheidens. Bergemann: „Kompliment an die Mannschaft, tolle Moral, super Spiele abgeliefert und leider nicht belohnt.“

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Erstmals seit 31. Oktober durften wieder Fans in die Halle.
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Die Tiroler lieferten sich einen packenden Kampf mit den „roten Teufeln“ vom Bodensee, die sich 2003 unter dem heutigen Tirol-Trainer Bergemann erstmals zum Meister kürten. Nun warten auf die Vorarlberger im Finale entweder die Fivers Margareten oder Krems.

Nach dem 14:15-Pausenrückstand hoffte Schwaz nach einem Doppelpack von Petar Medic und der erstmaligen Führung (16:15) auf den großen Wurf. Nach dem Treffer zum 25:21 von Kapitän Alex Wanitschek und gleich darauf von Armin Hochleitner schien alles drin. Hard wirkte entnervt, Nejc Zmavc musste nach der dritten Zeitstrafe neun Minuten vor Ende unter die Dusche. Doch am Ende reichte es knapp nicht für die Saisonfortsetzung.


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