Koalitionsstreit und Wettrennen um nächste Lockerungen in Österreich

Bundeskanzler Kurz will nächste Lockerungen mit 17. Juni angehen, Gesundheitsminister Mückstein hält schon den 10. Juni für realistisch.

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Wie hältst du es mit der Maske? Sebastian Kurz (l.), Wolfgang Mückstein.
© APA/Jäger

Wien, Innsbruck – Gestern rückten die Vertreter der ÖVP-geführten Bundesländer aus, um den Forderungen nach raschen Lockerungen der Corona-Beschränkungen Nachdruck zu verleihen. Mit den geltenden Regelungen seien Musik- und Chorproben sowie das Vereinsleben „praktisch unmöglich“, kritisierte Landeshauptmann Günther Platter. Der niederösterreichische Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger forderte Lockerungen bei der Sperrstunde in der Gastronomie sowie für Thermen und Messen.

Am frühen Abend rückte dann der VP-Chef selbst aus. Von Brüssel aus legte sich Kanzler Sebastian Kurz auf den 17. Juni als nächsten Öffnungstermin fest, ein weiterer solle mit 1. Juli folgen. Bereits morgen Mittwoch werde er sich diesbezüglich mit den Landeshauptleuten sowie Sozialpartnern telefonisch beratschlagen, sagte Kurz am Rande des EU-Gipfels. Was wie gelockert werde, solle jedoch erst am Freitag zusammen mit Experten entschieden werden. Die VP-Entscheidung dürfte da freilich schon gefallen sein. Kurz nannte konkret die Maskenpflicht im Freien und die Regelungen für private Treffen. Kurz hatte bereits am vergangenen Freitag mit seiner Öffnungs-Ansage polarisiert.

📽️ Video | Koalitionsstreit um Lockerungen:

Mückstein: Lockerungen schon am 10. Juni möglich

Nach einem längeren Streit über das gesamte Pfingstwochenende war bei den Grünen nun gestern zu hören, dass man ja gar nicht so weit auseinander sei. Es habe aber die klare Absprache gegeben, nicht voreilig an die Öffentlichkeit zu gehen. In der gestrigen ZIB 2 hielt Mückstein nun sogar weitere Lockerungen schon am 10. Juni für möglich. Dazu gehört in der Gastronomie die Reduktion des Zwei-Meter-Abstands zwischen den Besuchergruppen auf einen Meter. Die Sperrstunde würde der Minister von 22 Uhr auf Mitternacht verlegen und indoor könnten statt vier Personen acht (jeweils plus Kindern) zusammensitzen. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass sich das Personal wie in Wien drei Mal wöchentlich testen lässt.

Im Freien soll es auch bei Veranstaltungen keine Masken mehr geben. Bleiben sollen sie, wo viele Menschen zusammenkommen, z.B. in Schulen, wohl auch im Handel. Da kann sich der Gesundheitsminister aber ab Juli einen Wechsel von der FFP2-Maske auf einen einfachen Mund-Nasen-Schutz vorstellen. (sabl)

📽️ Video | Gesundheitsminister Mückstein in der ZIB 2:


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