Besondere neue Ausstellung: So hat man Schwaz noch nie gehört

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Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey (l.) ist hin und weg von der Klangkulisse, die Evamaria Müller im Mathoi-Haus geschaffen hat.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Evamaria Müller lässt mit einer besonderen Ausstellung aufhorchen. Sie hat das erste Stipendium als Schwazer Stadtkünstlerin ergattert und durfte sich zwei Monate lang austoben.

Doch eigentlich war Müller ganz ruhig. Mucksmäuschenstill, um genau zu sein. Denn sie hört dorthin, wo es für viele nach gar nichts klingt. Die Künstlerin hat ein besonders gutes Ohr. Sie widmet ihre Arbeiten den Geräuschen und setzt sich mit bestimmten Orten, deren Geschichte und akustischen Feinheiten auseinander. In Schwaz hat es ihr vor allem der Lahnbach angetan. Der Wandel von einem Ort, der die Anrainer oftmals in Angst und Schrecken wegen Wasserübertritte versetzte, zu einem Erholungsgebiet hat sie beeindruckt. „Diese Existenzgeschichten, Auseinandersetzungen zwischen Mensch und Natur – das interessiert mich sehr“, sagt Müller im TT-Gespräch.

Entstanden ist in den letzten zwei Monaten das Werk „Schutzmaßnahmen“. Vom Schutzwald über Bachverbauungen bis hin zum Wetterläuten verarbeitet die junge Künstlerin in einer klangvollen Ausstellung ihre Eindrücke. Das, was sie gehört und aufgenommen hat. Ein Highlight war für Müller, die Arbeit von Waldaufseher Gottfried Anfang begleiten zu dürfen. „Das war superspannend“, verrät die gebürtige Vorarlbergerin.

Überraschende Geräusche nahm sie beim Wasserrad im Silberbergwerk auf. „Das hatte ich mir so nicht vorgestellt“, schwärmt Müller. Während ihre Art und ihr Auftreten eher zurückhaltend wirken, sprudelt es nur so aus ihr heraus, wenn sie über Töne und Klänge spricht. Sie hat Schwaz weniger mit den Augen als mit den Ohren wahrgenommen. Aber wie klingt Schwaz denn nun? „Momentan auf jeden Fall nach Baustelle und freiem Kinderspielen“, sagt sie schmunzelnd.

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Kulturreferentin Iris Mailer-Schrey ist von der Ausstellung im Mathoi-Haus begeistert: „Evamaria bietet neue Zugänge zur Stadt und öffnet uns die Ohren, nicht die Augen.“ Das Projekt kommt bei ihr so gut an, dass das nächste Stadtkünstler-Stipendium bereits fix ist.

Zu sehen und vor allem zu hören ist die Klanginstallation noch diese Woche bis Freitag, täglich von 8 bis 12 Uhr.


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