Durchzugsverkehr in Innsbruck-Amras soll eingebremst werden

In Amras greift die Stadt Innsbruck Anraineranliegen auf, um das Tempo zu reduzieren und das Radfahren gegen die Einbahn sicherer zu machen.

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In der Gerhart-Hauptmann-Straße ist Radeln gegen die Einbahn derzeit oft riskant. Neue Markierungen und bauliche Änderungen sollen die Lage entschärfen. Auch weitreichendere Maßnahmen in Amras sind denkbar.
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Von Michael Domanig

Innsbruck – In der Gerhart-Hauptmann-Straße in Innsbruck-Amras ist seit Jahren das Radfahren gegen die Einbahn erlaubt – und wird auch gerne angenommen. Ungefährlich ist das Ganze derzeit aber nicht, wie viele Anrainer bestätigen können. Denn der (Ausweich-)Verkehr in der relativ schmalen Straße hat stetig zugenommen, beileibe nicht alle Autofahrer halten das 30er-Limit ein – und vielen dürfte gar nicht klar sein, dass die Einbahn für Radfahrer geöffnet ist.

Um die Autofahrer einzubremsen, das Radfahren gegen die Verkehrsrichtung sicherer zu machen und den Durchzugsverkehr im Straßenzug generell einzudämmen, haben Anrainerinnen im Vorjahr die Initiative „Gerhart Hauptmann KANN – für ein bewegtes Miteinander“ gestartet – und sind mit einer Reihe von Vorschlägen an Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) herangetreten (die TT berichtete).

Arbeitsgespräch konkretisierte Schritte

Bei einem gemeinsamen Online-Arbeitsgespräch mit Schwarzl, dem Amt „Verkehrsplanung, Umwelt“ und der Fuß-Rad-Koordination wurden kürzlich nun konkrete Schritte in Aussicht gestellt: Im Sommer kommt es in der Gerhart-Hauptmann-Straße aufgrund einer Baustelle der IKB zunächst zu Behinderungen und Sperren. Danach sollen, sofern der Stadtsenat zustimmt, diverse Maßnahmen folgen, darunter neue, farbige Radmarkierungen im Kreuzungsbereichen und an Engstellen, ebenso bauliche Veränderungen in Form einer Gehsteigvorziehung plus Schutzwegmarkierung an der Einfahrt von der Geyrstraße in die Hauptmann-Straße. Dies verlange von den Autofahrern schon beim Einbiegen „eine deutlich niedrigere Geschwindigkeit“, heißt es dazu aus dem Büro Schwarzl.

Ob zur Temporeduktion dann auch „Sie fahren … km/h“-Tafeln aufgestellt werden, entscheide sich nach einer Beobachtungsphase. Parkplätze in der Straße fallen übrigens keine weg, sie werden auch nicht verlegt. Das sei vielen Anwohnern sehr wichtig gewesen, betont Elisabeth Jürschik von der Initiative.

Darüber hinaus bestehen deutlich weitreichendere Überlegungen, den Durchzugsverkehr in der Gerhart-Hauptmann-, aber auch Philippine-Welser-Straße in Amras generell zu reduzieren: Konkret geht es dabei um einen Umbau der großen Kreuzung nahe dem Dez (Dr.-Ferdinand-Kogler-Straße/Geyrstraße/Leopold-Wedl-Weg). Hier gebe es erste Pläne für eine Änderung, die „eine Zufahrt nach Amras weniger attraktiv macht und die Hauptbeziehung in Richtung Kreisverkehr/Dez hervorhebt“, so das Büro Schwarzl. Dies könne aber frühestens 2022 passieren – und hänge auch davon ab, ob die Maßnahmen rund um die Hauptmannstraße bereits die erwünschte Wirkung zeigen.

Elisabeth Jürschik lobt das Arbeitsgespräch als „unglaublich konstruktiv“ und sachlich, die Anrainer seien wirklich gehört worden. Man werde im weiteren Prozess aber dranbleiben – und gegebenenfalls auch „nachhaken“.


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