Ruf nach Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lienz

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Primar Martin Schmidt (l.) übergibt mit Juli an Martin Huber.
© Blassnig

Lienz – Am 1. Juli übernimmt mit Martin Huber (41) ein junger Primar die Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Bezirkskrankenhaus Lienz. Martin Schmidt, der vor elf Jahren die Abteilung aufgebaut hat, tritt als deren Leiter in den Ruhestand, bleibt dem Krankenhaus aber weiterhin als ärztlicher Leiter erhalten.

Aktuell stehen in der Fachrichtung Psychiatrie in Lienz 22 Betten zur Verfügung, fünf Fachärzte und zwei Assistenzärzte behandeln die Patienten. „Wir werden weiterhin ein offenes Haus sein, das Menschen in Nöten Hilfe anbieten wird“, erklärte Huber im Rahmen seiner Vorstellung. Sein Vorgänger Schmidt verwies darauf, dass vor der Einrichtung der Abteilung in Lienz jährlich 154 Patienten zur Behandlung in das psychiatrische Krankenhaus in Hall überstellt werden mussten. Sämtliche Krankheitsfälle würden inzwischen im eigenen Haus behandelt.

Vor dem Auftreten der Pandemie sei man bereit gewesen, jene Vision Schmidts umzusetzen, auch für psychisch Erkrankte eine aufsuchende ärztliche und pflegerische Versorgung daheim anzubieten. „Osttirol könnte eine Modellregion für das ganze Land sein, dieses Bemühen gilt es wieder aufzunehmen.“ Noch dringlicher erscheine ihm die Schaffung einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Den tatsächlichen Bedarf im Bezirk schätzt Schmidt auf ein bis zwei Facharztstellen. BKH-Verbandsobmann Andreas Köll kündigte an, mit der neuen Gesundheitslandesrätin Annette Leja dahingehend Gespräche führen zu wollen. Im Strukturplan Gesundheit des Landes sei bis 2025 diese Fachrichtung in Lienz nicht vorgesehen. (bcp)

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