Kickl vs. Hofer: Eine „Führungsdebatte“, die in der FPÖ keiner will

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FPÖ-Chef Hofer und Klubobmann Kickl im Widerspruch.
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Wien – Für den freiheitlichen Klubobmann Herbert Kickl ist mit Blick auf die innere Verfasstheit der türkis-grünen Bundesregierung keinesfalls ausgemacht, dass es nicht schon in wenigen Monaten zu einer vorgezogenen Nationalratswahl kommen kann. Deshalb sei es für ihn auch nicht abwegig, auch darüber nachzudenken, wer die FPÖ in die Wahl führen soll.

Er, Kickl, würde sich jedenfalls nicht weigern, als Spitzenkandidat anzutreten, sollte ihn der Ruf ereilen. Am Dienstag untermauerte er dies erneut, indem er sagte: „Wenn ich darum gefragt werde, ob ich es machen würde, werde ich eine ehrliche Antwort geben.“ Doch dies sei keine „Führungsdebatte“, wie er hinzufügte. Parteiobmann Norbert Hofer nannte zuletzt das Vorpreschen von Kickl unglücklich. Hofer sei zurzeit im Krankenstand und meinte: „Wenn die Katze aus dem Haus ist, feiern die Mäuse Kirtag.“

Mit seinem Klubobmann hat der Parteichef darüber noch nicht gesprochen: „Wir sind persönlich nicht so eng“, fügte Hofer hinzu.

Kickl ließ seinerseits erkennen, dass er sich für den besseren Spitzenkandidaten hält: „Es gibt einfach verschiedene Überlegungen, die man berücksichtigen muss. Eine davon ist: Wir haben einen Parteiobmann, der sich ja nach der letzten Nationalratswahl ganz bewusst überparteilich positioniert hat mit dem Amt des Dritten Nationalratspräsidenten.“ Damit habe Hofer einen Schritt gesetzt, „der ihn herausnimmt aus der oft sehr, sehr hart geführten, aber notwendigerweise hart geführten tagespolitischen Auseinandersetzung – wohl auch mit dem Gedanken, vielleicht mittelfristig noch einmal bei der Bundespräsidentenwahl anzutreten“, mutmaßt der Klubobmann. (misp)


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