Legendäre Notlandung am Gurgler Ferner jährt sich zum 90. Mal

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Die Personenkapsel von Auguste Piccard (stehend) blieb 1931 ein Jahr lang ein beliebtes Fotomotiv am Gletscher in Obergurgl.
© Ötztaler Museen

Obergurgl, Oetz – Am morgigen Donnerstag, den 27. Mai, jährt sich zum 90. Mal ein Ereignis, welches das Bergdorf Obergurgl über Nacht international bekannt machte: die Notlandung des belgischen Wissenschafters Auguste Piccard auf dem Gurgler Ferner. Die Ötztaler Museen erinnern an dieses Ereignis im Rahmen eines Bilderspaziergangs auf ihrer Homepage (www.oetz­talermuseen.at), also mit einer Fotostrecke, die das historische Ereignis nachvollziehbar macht. Zugleich wurde auch ein Auszug aus der Pfarrchronik Obergurgl online gestellt, in dem Pfarrer Danler 1931 so manches Detail mitunter augenzwinkernd festhielt.

Es war ein Zufall, der Obergurgl von Mai 1931 an mit dem Einstein-Schüler, Experimentalphysiker und Stratosphärenforscher Auguste Piccard verbinden sollte: Gemeinsam mit seinem Assistenten Paul Kipfer war dieser von Augsburg aus im Mai 1931 in einem Gasballon medienwirksam in die Stratosphäre bis auf 15.781 m Höhe aufgestiegen und führte dort Messungen durch.

Die Landung war im Bereich Füssen oder Freiburg geplant. Da man jedoch nicht wusste, ob und wo sie glücken würde, warteten die Medien intensiv auf die ersten Sichtungen des Ballons und die Rückkehr zur Erde. Der Zufall trieb den Ballon Piccards auf den Gurgler Ferner – und machte das abgelegene Bergdorf Obergurgl durch die 17 Stunden später erfolgte Notlandung mit einem Schlag weltberühmt: Medienvertreter strömten nach Obergurgl, rangen den Wissenschaftern Interviews ab und veröffentlichten zahlreiche internationale Zeitungsberichte.

Nachdem Piccard und Kipfer wenige Tage später abgereist waren, blieb die Personenkapsel noch fast ein Jahr auf dem Gletscher liegen, weil ihr Abtransport kaum möglich erschien. (TT)


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