Rote Teufel fordern gelbes U-Boot im Finale der Europa League

Salzburg-Bezwinger Villarreal trifft heute (21 Uhr, live Puls 4, RTL Nitro, DAZN) im Europa-League-Finale von Danzig als Außenseiter auf ManUnited. Die Spanier setzen aber auf „Mr. Europa League“ Unai Emery.

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Die überdimensionale Europa-League-Trophäe in der Danziger Innenstadt wurde zur Sehenswürdigkeit. Aber wer holt sich heute den echten Pokal?
© Mateusz Slodkowski via www.imago-images.de

Danzig – Es wird heute (21 Uhr, live Puls 4, RTL Nitro, DAZN) im Finale der Europa League zwischen Manchester United und dem FC Villarreal definitiv eine Premiere geben. Und zwar Tore und einen Sieger, spätestens im Elfmeterschießen. Viermal waren die Clubs aus der Premier League und der Primera División bislang aufeinandergetroffen, viermal hieß das Endergebnis 0:0 ...

Für Manchester United geht es dabei um viel mehr als nur um einen weiteren Titel in der langen und ruhmreichen Geschichte: Der Triumph soll nach schwierigen Zeiten und vier verlorenen Halbfinals der Start in eine neue Ära der stolzen Red Devils werden. „Der nächste Schritt für das Team ist, Trophäen zu gewinnen und dann hoffentlich den Champion in der Premier League herauszufordern“, sagte Trainer Ole Gunnar Solskjaer mit Blick auf den Lokalrivalen und englischen Meister Man City.

Bruno Fernandes.
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Solskjaer weiß vor dem Duell mit dem spanischen Außenseiter, was von ihm erwartet wird. „Du fühlst bei Manchester United immer Druck, Trophäen zu gewinnen“, sagte er. Als Spieler konnte der 48-Jährige damit offenbar gut umgehen. Sechsmal wurde er mit United Meister. 1999 erzielte er im legendären Champions-League-Finale gegen den FC Bayern das Siegtor in der Nachspielzeit. Als Trainer wartet der Norweger, der das Amt im Dezember 2018 von José Mourinho übernommen hat, aber noch auf seinen ersten Titel mit United.

Das Endspiel vor bis zu 9500 Zuschauern in Danzig ist für Solskjaer sogar die Final-Premiere mit Manchester als Coach. Es bietet die Chance, eine bewegende Saison mit dem ersten Titel seit 2017 zu beenden – auch damals gewannen die Red Devils die Europa League und zusätzlich den Ligapokal.

Neben dem Platz sorgten außerdem die Super-League-Pläne des Clubs für große Unruhe. Fanproteste gegen die Eigentümer-Familie Glazer aus den USA führten zur Verschiebung des Heimspiels gegen den FC Liverpool. Die Bilder davon gingen um die Welt. Heute will United nun wieder für positive Schlagzeilen sorgen.

Die Teilnahme an der vorerst gescheiterten Super League, von der auch Manchester schnell wieder Abstand genommen hatte, war für Gegner Villarreal indes nie ein Thema. Für den Club aus dem Osten Spaniens ist schon das Europa-League-Finale „eine historische Chance“, wie es Nationalverteidiger Pau Torres formulierte. Noch nie gewann das „Gelbe U-Boot“, wie der Club von seinen Fans in Anlehnung an den Beatles-Hit „Yellow Submarine“ und die gelben Trikots genannt wird, einen großen Titel.

Gerard Moreno.
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Mit einem emotionalen Video unter dem Titel „Wir sind aus Träumen gemacht“ stimmt Villarreal seine Anhänger auf das größte Spiel der Vereinsgeschichte ein. „Das ist der Lohn für viele Jahre harte Arbeit und Aufopferung, dafür, dass ich als Kind von zu Hause weg bin und viel mit meinen Freunden verpasst habe“, sagte Mittelfeldspieler Manu Trigueros vor dem Finale. „All das wird es wert sein, wenn ich mit Villarreal den Titel holen kann, mit dem Team, das ich liebe.“

Wie es sich anfühlt, die mit 15 Kilo schwerste aller UEFA-Trophäen in die Höhe zu stemmen, weiß einer im Club ganz genau: Trainer Unai Emery gewann den Pokal dreimal mit dem FC Sevilla und ist damit gemeinsam mit Giovanni Trapattoni der Rekordsieger des Wettbewerbs. Nun soll der 49-Jährige das spanische Motto für das Endspiel umsetzen: #esnuestromomento – Es ist unser Moment. (t.w, dpa)


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