Attacke mit Baseballschläger: Angeklagter aus Gerichtssaal verbannt

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Ob ein Landecker einen 56-Jährigen in dessen Wohnung mit einem Baseballschläger attackiert hat, war Thema am Gericht.
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Das Innsbrucker Landesgericht musste sich am Freitag mit zwei höchst unterschiedlichen „Wahrheiten“ befassen: mit der des Angeklagten (32), der jede Schuld von sich wies. Und mit jener des Opfers, das eine wüste Attacke mit einem Baseballschläger schilderte.

So gab der 56-jährige Landecker an, er sei Anfang März vom Bruder eines Freundes aus dem Schlaf gerissen worden. „Er hat gegen die unversperrte Wohnungstür geschlagen und sie dann mit einem Tritt geöffnet“, erzählte das Opfer, dem die Tür gegen den Kopf flog. Er sei zu Boden gegangen, habe sich aber aufrappeln können. „Als ich den Angreifer aus der Wohnung drängen wollte, hat er mit dem Baseballschläger zugeschlagen“, so der Gastronomie-Angestellte, der bis heute keine Erklärung für die Attacke hat: „Er hat auf meine Schulter gezielt, ich hab’ den Schläger mit dem Unterarm abgewehrt.“ In der Folge soll der ebenfalls in Landeck wohnhafte Angeklagte dem 56-Jährigen auch noch einen Faustschlag gegen den Kopf versetzt haben.

Der 32-Jährige war mit der Schilderung des Opfers gar nicht einverstanden. „Er lügt“, unterbrach er immer wieder die Aussage des Zeugen. Schließlich blieb dem Richter nichts anderes übrig, als den Angeklagten aus dem Gerichtssaal führen zu lassen.

Zuvor hatte der Beschuldigte angegeben, dass er 100 Euro Schulden eintreiben wollte. Der 56-Jährige habe die Tür selbst geöffnet. „Den Baseballschläger hatte ich zwar dabei, ich hab’ ihn aber nach Aufforderung des Mannes vor der Tür deponiert.“ Der Angeklagte bestritt vehement, das vermeintliche Opfer mit dem Schläger oder auch mit der Faust attackiert zu haben. Nachbarn bestätigten, den Baseballschläger vor der Tür gesehen zu haben. Die Verhandlung wurde vertagt.

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Ihre Unschuld beteuerten auch zwei Rumänen, die sich wegen Zuhälterei am Landesgericht verantworten mussten. Den jeweils 34 Jahre alten Männern wurde vorgeworfen, 23 Prostituierte ausgebeutet zu haben. Von den vermeintlichen Opfern ist kein einziges am Landesgericht erschienen. In Abwesenheit der Zeuginnen behaupteten die Männer, auch zahlreiche Kosten der Frauen übernommen zu haben. Die Richterin sah das anders und rechnete dem Erstangeklagten vor, 60.000 Euro in zwei Monaten kassiert zu haben. Die Männer wurden zu 24 bzw. 20 Monaten Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). (tom)


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