Schau in der Hofburg: Ritterliches Spektakel reloaded

Seit zwei Jahren „residiert“ Kaiser Maximilian wieder in der Innsbrucker Hofburg. Was sich vor 500 Jahren auf seinem Rennplatz getan hat, zeigt eine kleine Schau im Rahmen der großen Maximilianschau.

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Schwingt man sich auf dieses „Pferd“, kann man selbst einmal Ritter spielen.
© Burghauptmannschaft

Von Edith Schlocker

Innsbruck – Um die anlässlich des 500. Todesjahres von Kaiser Maximilian I. in der Innsbrucker Hofburg eingerichtete Schau ganz in dessen Sinn „im gedächtnus“ zu halten, gibt es jährlich eine neue kleine Schau in der Schau. Kuratiert wie die große von Monika Frenzel und ihrem bewährten Team. „Der Kaiser und seine Turniere“ ist das heurige Thema dieser in zwei Räumen publikumswirksam opulent und informativ interaktiv zelebrierten Sonderschau.

Hat sich Maximilian seinen Ruf als „letzter Ritter“ doch nicht zu Unrecht erworben. Liebte er doch das am Rennplatz vor seiner Residenz durchgeführte Spektakel, ein exklusives Vergnügen, zu dem er adelige Freunde aus ganz Europa eingeladen hat. In welch fantasievoller Kostümierung diese perfekt inszenierten Shows abliefen, führt die Schau vor, indem die Wände des Raums mit ins Monumentale aufgeblasenen Vorzeichnungen zu Maximilians Prachthandschrift „Freydal“ tapeziert wurden. In den originalen Turnierbüchern Maximilians kann man dagegen virtuell blättern.

Ausstellung

Hofburg. Rennweg, Innsbruck; bis 10. Oktober, täglich 9–17 Uhr.

Führung tgl. um 10.30 Uhr, So 15.30 Uhr Kuratorenführung

In die Rolle des mit stumpfen oder spitzen Lanzen Kämpfenden kann sich der Besucher/die Besucherin versetzen, indem er/sie sich auf das Modell eines Pferdes schwingt und durch ein in einem Helm installiertes Video virtuell in die Zeit um 1500 eintaucht. Eine in der Innsbrucker Hofplattnerei entstandene „Ungarische Flügeltartsche“ steht als kostbare Leihgabe des Kunsthistorischen Museums in einer Vitrine nebenan, die Helmzierden der „Ritter“ wurden so original wie möglich nachgebaut.

Neu eingerichtet wurde auch ein kleiner Raum, in dem es um Maximilians Lieblingsschloss Fragenstein geht. Dieses war zeitweise sein Liebesnest, von hier aus ging er aber auch auf die Jagd, u. a. in die Martinswand, aus der er der Legende nach von einem „Engel“ gerettet wurde.


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