Raiba Reutte und Oberland fusionieren im Herbst

Überraschung im Bankensektor: Im Herbst werden die Raiffeisenbanken von Reutte und Oberland/Zams-Landeck verschmelzen. Alle Standorte und Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

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Die künftige Führungsriege nach der Fusion (v. l.): Roger Klimek und Andreas Walser (beide Raiffeisenbank Oberland) sowie Wolfgang Moosbrugger, Wolfgang Hechenberger und Ludwig Strauß von der Raiffeisenbank Reutte. Der Firmensitz wird Reutte sein.
© Raiffeisen/Fotostudio Rene

Reutte, Zams – Bei der am Donnerstag abgehaltenen Generalversammlung der Raiffeisenbank Reutte gab Vorstandssprecher Wolfgang Hechenberger eine besondere Weichenstellung bekannt. Die Raiffeisenbanken Reutte und Oberland/Zams-Landeck gehen zusammen. Die neue Bank firmiert zukünftig unter Raiffeisenbank Oberland-Reutte eGen. Der Firmensitz wird Reutte sein.

Nach den großen organisatorischen Veränderungen in den Jahren 2018 und 2019 konnten die Vorstände Wolfgang Hechenberger und Ludwig Strauß eine trotz Corona-Pandemie erfreuliche Bilanz über das Geschäftsjahr 2020 legen. Alle Geschäftsbereiche konnten zulegen, besonders auch das Bankhaus Jungholz. „Am wichtigsten aber war, dass wir vielen Kunden unkompliziert mit Stundungen und Überbrückungskrediten über die Lockdown-Monate hinweghelfen konnten“, betont Hechenberger. „Natürlich war und ist die Pandemie auch für uns eine organisatorische Herausforderung, die wir aber bisher gut gemeistert haben“, ergänzt Ludwig Strauß. Insgesamt sei mit einem EGT von etwas über drei Millionen Euro „ein gutes Ergebnis erzielt“ worden.

Einstimmig haben die Delegierten dem vorgestellten Konzept zur Fusion zugestimmt. Die gemeinsame Bank wird von einem Vorstands-Trio mit Wolfgang Hechenberger, Roger Klimek und Ludwig Strauß geführt werden. Der Aufsichtsrat wird mit Vertretern aus Reutte und dem Oberland besetzt sein. Vorsitzender des Aufsichtsrates wird der Höfener Wolfgang Moosbrugger bleiben.

Die Fusion wird mit der Eintragung ins Firmenbuch fixiert und soll bis Anfang Oktober umgesetzt werden. Für die Kunden der Raiffeisenbank Reutte bleiben Ansprechpartner und Kontonummern unverändert. Alle Standorte und Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. „Es gehen zwei starke und vor allem gesunde Partner zusammen, die dadurch die notwendige Größe und substanzielle Stärke erreichen, um langfristig im Wettbewerb erfolgreich sein zu können“, sagt der Vorstandsvorsitzende Hechenberger. Reutte sei besonders kapitalstark, das Oberland punkte beim Geschäftspotenzial. Die Raiba Reutte ist um 40 Prozent größer als die Oberländer Bank. Nach der Fusion werden 135 Mitarbeiter beschäftigt und 36.000 Kunden mit einem Gesamtgeschäftsvolumen von rund 2,3 Mrd. Euro betreut. Die Bilanzsumme beträgt rund 950 Mio. Euro. Mit einer Eigenmittelquote von 18,5 % werden die gesetzlichen Vorgaben deutlich übererfüllt.

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In den vergangenen Jahren wurden in Tirol immer wieder Raiffeisenbanken fusioniert. Ende 2015 zählte Raiffeisen in Tirol 73 selbstständige Raiffeisenbanken. Zuletzt waren es knapp über 60. (hm, mas)


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