28-Jährige tötete Bekannten mit Stich ins Herz: Mordprozess in Wien

Die Frau, die infolge jahrelanger Drogenabhängigkeit an einer hochgradigen kombinierten Persönlichkeitsstörung leidet, hat im Ermittlungsverfahren erklärt, sie habe sich gegen einen Vergewaltigungsversuch gewehrt. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Angaben als Schutzbehauptung.

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(Symbolfoto)
© BARBARA GINDL

Wien – Weil sie am 18. November 2020 in Wien-Meidling einen Bekannten mit einen Stich ins Herz getötet haben soll, muss sich eine 28-Jährige am kommenden Dienstag (8. Juni) wegen Mordes am Wiener Landesgericht verantworten. Der lebensgefährlich verletzte 36 Jahre alte Mann wurde in einem Abbruchhaus in der Sechtergasse gefunden. Obwohl ein Notarzt an Ort und Stelle den Brustkorb des Verletzten öffnete und die Stichwunde erstversorgte, starb der gebürtige Tscheche am Weg ins Spital.

Die Angeklagte und das Opfer waren obdachlos und kannten sich seit Juni. Sie verband eine lose Freundschaft. Nachdem sie Wein gekauft hatten, begaben sie sich mit dem Alkohol in das leer stehende Gebäude, das von Wohnungslosen genutzt wurde. Gegen 14 Uhr wurde dort der Schwerstverletzte aufgefunden.

Hochgradige Persönlichkeitsstörung

Die Angeklagte hatte den Tatort zumindest eine halbe Stunde zuvor verlassen. Die Tatwaffe soll sie in die Neue Donau geworfen haben. Sie konnte nach intensiven Ermittlungen des Landeskriminalamts einige Tage später als Tatverdächtige ausgeforscht und festgenommen werden.

Die Frau, die infolge jahrelanger Drogenabhängigkeit an einer hochgradigen kombinierten Persönlichkeitsstörung leidet, hat im Ermittlungsverfahren erklärt, sie habe sich gegen einen Vergewaltigungsversuch gewehrt. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Angaben als Schutzbehauptung. Weder an der Leiche noch am Tatort fanden sich Spuren, die auf einen sexuellen Übergriff hingedeutet hätten. Abgesehen davon lehnte die 28-Jährige eine gynäkologische Untersuchung und auch weitere Beweisaufnahmen ab, die ihre Version hätten stützen können. (APA)

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