Schlag gegen Menschenhandel: Festnahmen im Innsbrucker Rotlichtmilieu

Mindestens 24 Prostituierte sollen von einer Gruppe Zuhälter um ihre Einnahmen gebracht worden sein. Am Montag wurden mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt und drei Verdächtige festgenommen.

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Symbolfoto.
© Rita Falk

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Bei einer umfangreichen Polizeirazzia im Rotlichtmilieu nahmen Beamte am Montag im Morgengrauen drei Verdächtige fest. Den Beschuldigten (zwei Männern und einer Frau) wird Menschenhandel vorgeworfen. Konkret soll das Trio seit vergangenem Sommer 24 vorwiegend aus Moldawien stammende Frauen nach Innsbruck und Wien gelotst haben. Die Osteuropäerinnen arbeiteten in der Folge „als Wohnungsprostituierte im illegalen Rotlichtmilieu und wurden mit Inseraten im Internet beworben“, erklärt Gert Hofmann, stv. Leiter des Landeskriminalamts.

Die Polizei geht davon aus, dass die drei Beschuldigten die Frauen finanziell ausgebeutet haben. Bei den insgesamt acht Hausdurchsuchungen in Hall, Ampass, Innsbruck und Wien stellten die Beamten am Montag einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag sicher.

An der Razzia waren die Landeskriminalämter in Innsbruck und Wien, das Bundeskriminalamt, die Cobra sowie die Finanzpolizei beteiligt. Von den 24 Prostituierten konnten die Beamten fünf befragen, der Aufenthaltsort der übrigen Frauen ist unbekannt.

Drei Moldawierinnen nahmen die Hilfe von Opferschutzeinrichtungen in Anspruch. „Ob die Frauen bedroht oder unter Druck gesetzt wurden, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Hofmann. Die Polizeibeamten ermitteln gegen drei weitere Verdächtige, die aber bei der Razzia nicht greifbar waren.

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