Zusammenschluss der Stromnetze am Brenner mit Symbolkraft

60 Jahre nach der Feuernacht wird europäische Verbundenheit gefeiert. Für den Zusammenschluss wurde im Umspannwerk Edyna die 132-kV-Leitungsverbindung zwischen den Netzbereichen Nord- und Südtirol wiederhergestellt.

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Erich Entstrasser (TIWAG), Maurizio Fugatti (Trentino), Günther Platter (Tirol), Arno Kompatscher (Südtirol) und Adel Motawi (Terna) beim Stromzusammenschluss (v. l. n. r).
© Land Tirol/Berger

Innsbruck, Brenner – „Am Brenner ist im wahrsten Sinne des Wortes der Funke übergesprungen“, erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter gestern bei der Wiederherstellung der Leitungsverbindung zwischen den Netzbereichen Nord- und Südtirol im Umspannwerk Edyna. Erstmals seit 60 Jahren sind damit die Stromnetze zwischen Nord- und Südtirol wieder verbunden. Gekappt waren die Leitungen zwischen Nord-, Ost- und Südtirol seit der Feuernacht im Jahr 1961.

Bereits 2019 sei der Zusammenschluss der Glasfasernetze erfolgt, Platter bezeichnete den Zusammenschluss der Stromnetze als „markanter Meilenstein in unserer gemeinsamen Geschichte“. Er betonte den Mehrfachnutzen: „Einerseits stabilisieren wir damit die Energieversorgung und schützen unsere Bürgerinnen und Bürger noch besser vor großflächigen Stromausfällen.“ Zudem müsse der Energiebedarf aus ökologisch verträglichen Ressourcen langfristig gedeckt werden. Platter betont eine nachhaltige Entwicklung der alpinen Energiepolitik und die Absicherung und Stärkung des Stromverbundes im europäischen Kontext. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich, dass „die Überwindung der Grenzen in Europa in vielen Bereichen längst stattfindet, vor allem auch dank der Technologie“.

Für den Zusammenschluss wurde im Umspannwerk Edyna die 132-kV-Leitungsverbindung zwischen den Netzbereichen Nord- und Südtirol wiederhergestellt. Um dies zu ermöglichen, waren zuvor Umspannwerke und Hochspannungsleitungen im Wipptal in Nord- und Südtirol neu gebaut beziehungsweise erweitert worden. Im Umspannwerk Edyna wurde ein Spezialtransformator installiert, um eine Vereinbarkeit der unterschiedlichen Betriebsspannungen in Nord- und Südtirol herzustellen. Damit werde auch die Sicherheit der Stromversorgung weiter erhöht, erklärte Tiwag-Vorstand Erich Entstrasser. Zudem könne nun bei Störungen – etwa Großwetterereignissen das Wipptal – von einer zweiten Seite versorgt werden. Ein vollumfänglicher Energieaustausch soll ab 2022 möglich sein. Bis Juli soll die Sanierung im Wipptal beendet sein. Auf Tiroler Seite wurden knapp 25 Mio. Euro investiert. (ver)

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