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ORF-Chef Wrabetz zu Wiederwahl: „Ich rechne mir gute Chancen aus“

Alexander Wrabetz strebt seine Wiederwahl als ORF-Generaldirektor an. Er sieht den Öffentlich-Rechtlichen gut aufgestellt, will begonnene Großprojekte „mit Leben füllen“ – und hofft, dass sich die Politik bei der Wahl raushält.

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Alexander Wrabetz ist seit Studentenzeiten dem SPÖ-Milieu zuzurechnen. Der 61-Jährige ist seit 2007 Generaldirektor des ORF.
© Böhm

Herr Generaldirektor, Sie sind wegen der Verlängerung des Fernsehvertrags mit dem Österreichischen Skiverband nach Tirol gekommen. Die Vermutung liegt nahe, dass Sie die Gelegenheit auch für Werbung in eigener Sache nutzten, die Wahl des nächsten ORF-Generaldirektors steht an – und Sie wollen wiederbestellt werden.

Alexander Wrabetz: Natürlich führt man in Zeiten wie diesen auch Gespräche mit den Stiftungsräten in allen Bundesländern.

Sie sind seit 2007 Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Warum wollen Sie weitermachen?

Wrabetz: Zum einen, weil ich in den vergangenen, nicht immer einfachen Zeiten gezeigt habe, dass ich den ORF erfolgreich führen kann. Zum anderen, weil sich das Unternehmen in einem großen Veränderungsprozess befindet: Der multimediale Newsroom, wo Fernsehen, Radio und Online zusammenarbeiten werden, wird 2022 fertig gestellt. Budget- und Terminplan dafür sind auf Kurs. Ich möchte das Großprojekt, mit dem auch eine große Veränderung in der Unternehmenskultur einhergeht, auch mit Leben füllen. Dazu kommt der Digitalisierungsprozess im Unternehmen, die Entwicklung und Etablierung des ORF-Players. Momentan steht das Unternehmen in allen Bereichen gut da. Aber es ist nicht gesagt, dass das so blieben wird. Die postpandemische Zeit wird für alle Medien eine enorme Herausforderung. Da ist es sicher ein Vorteil, wenn Verantwortungsträger mit Erfahrung am Werk sind.

Wie sind die ersten Rückmeldungen der Stiftungsräte, die Sie am 10. August wiederwählen sollen?

Wrabetz: Die waren bislang gut. Mit vielen arbeite ich seit Jahren erfolgreich zusammen. Ich rechne mir gute Chancen aus, wiederbestellt zu werden. Und das nicht nur, weil es bislang keine Gegenkandidiaten gibt. Jedenfalls keinen offiziellen.

Es wird kolportiert, dass die ÖVP mit dem derzeitigen ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann einen anderen Wunschkandidaten hat. Im Stiftungsrat gibt es eine türkise Mehrheit.


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