Ermittlungen zu Ischgl beendet, auch gegen Landesamtsdirektor wird ermittelt

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Mitte März 2020 wurde das Paznaun abgeriegelt. Die Staatsanwaltschaft überprüfte die Umsetzung der Verordnungen.
© Böhm

Innsbruck – Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat in den vergangenen Monaten die Vorgänge rund um die Ausbreitung des Coronavirus in Ischgl im Frühjahr 2020 untersucht. Besonderes Augenmerk galt dabei den Maßnahmen nach Bekanntwerden der ersten Infektionsfälle, der Erlassung und Umsetzung von Verordnungen über die Schließung von Lokalen und des Skibetriebs sowie der weiteren Verkehrsbeschränkungen in Ischgl bzw. der Quarantäne im Paznaun.

Mittlerweile seien die Ermittlungen abgeschlossen, teilte Staatsanwalt Hansjörg Mayr gestern via Aussendung mit. Die Behörde sei nach umfangreicher Prüfung zu einem Ergebnis gekommen. Zu welchem, darüber gibt es derzeit noch keine Angaben. Der 70 Seiten starke Vorhabensbericht wurde der Oberstaatsanwaltschaft vorgelegt, die ihn nach einer Prüfung ans Justizministerium weiterleiten wird. Mayr: „Im Ministerium wird dann das Ergebnis geprüft und das Vorhaben der Staatsanwaltschaft entweder genehmigt oder eine andere Weisung erteilt. Diese Prüfung kann aufgrund des Aktenumfanges mehrere Wochen dauern.“

Die Staatsanwaltschaft hat seit August konkret gegen vier Personen ermittelt, darunter Bürgermeister Werner Kurz und Land­ecks Bezirkshauptmann Markus Maaß sowie zwei weitere Mitarbeiter seiner Behörde. Alle weisen die Vorwürfe zurück. Im Zusammenhang mit dem Ausreisemanagement mit der Verhängung der Quarantäne wurden jetzt auch gegen einen weiteren Beamten Ermittlungen eingeleitet. Dem Vernehmen nach soll es sich um Landesamts­direktor Herbert Forster handeln. (TT)

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