Hochwasserschutz im Unterland offiziell in den Händen der Gemeinden

Die Wasserverbände im Unteren und Mittleren Unterinntal haben sich konstituiert. BM Hedi Wechner und BM Hans Lintner zu Obleuten gewählt.

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Der Hochwasserschutz bleibt in den kommenden Jahren wohl ein Streitthema im Unterland.
© Dähling

Schwaz, Wörgl – Es ist viel geredet, geschrieben und auch gestritten worden. Und noch längst sind nicht alle Streitfragen rund um den Hochwasserschutz im Unterland geklärt. Ohne großen Aufhebens und beinahe zeitgleich haben sich gestern die Wasserverbände im Unteren und im Mittleren Unterinntal offiziell konstituiert. Damit gehen die Planungsarbeiten, die schwierigen Gespräche mit den Grundeigentümern und die Umsetzung des Hochwasserschutzes für in Summe 3700 Wohn- und Betriebsgebäude sowie 280 Hektar Bauland endgültig in die Hände der Gemeinden über. Das verkündete gestern Nachmittag das Land Tirol in einer Aussendung.

Zwei Bürgermeister wurden zu den Obleuten gewählt. Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner übernimmt diese Agenden im umstrittenen Verband Unteres Unterinntal – der aus sieben Gemeinden besteht. Radfeld bekämpft bekanntermaßen die Pflichtmitgliedschaft.

Der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner ist Obmann des anderen Verbandes. Auch hier wartet einiges an Arbeit. War doch der Gegenwind von Grundbesitzern entsprechend heftig.

Im Mittleren Unterinntal ist für Ende Juni die Präsentation des aktuellen Planungsstandes geplant. „Hohe Priorität hat gerade jetzt die Sicherung von Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätzen. Eine der ersten Maßnahmen im Mittleren Unterinntal wird daher die detaillierte Planung für den Hochwasserschutz Jenbach sein“, sagt Lintner.

„Wir werden in den nächsten Wochen den Auftrag für die Erstellung eines Einreichprojekts erteilen, die Gespräche mit den Grundeigentümern fortsetzen und Planungsabschnitte festlegen“, erklärt Obfrau Wechner den Fahrplan für das Untere Unterinntal.

Zum Schutz vor Hochwasser sind nach derzeitigem Planungsstand entlang des Inns zwischen Terfens und Angath 76 Kilometer Mauern und Dämme sowie sieben Retentionsräume zum Schutz des Siedlungsgebietes geplant. Die Retentionsräume haben ein Fassungsvermögen von in Summe 1,65 Milliarden Liter Wasser.

Die Projektleitung übernehmen ab sofort die Geschäftsstellen der Wasserverbände. Im Unteren Unterinntal ist die Geschäftsstelle in Wörgl angesiedelt und wird von Martin Rottler geleitet. Die Position in Schwaz wird demnächst ausgeschrieben. (TT)


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