„Undermining & Oversharing“ in Schwaz: Schürfen in Untiefen diverser Art

Nicole Wermers Schüler an der Münchner Akademie und Friends in der Galerie der Stadt Schwaz.

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„Allein der Glaube, allein die Schrift“, Digitaldruck auf PVC-Plane von Michael Mönnich.
© Verena Nagl

Von Edith Schlocker

Schwaz – Der Titel der Schau hat mit dem Spielort in einer Stadt, die ehemals durch den Abbau von Silber zu Reichtum gekommen ist, genauso zu tun wie mit dem permanenten Abschöpfen von Daten aus dem Netz in unseren Tagen. Letztlich also ein zutiefst bildhauerischen Thema, in das die 21 jungen KünstlerInnen auf ganz unterschiedliche Weise eintauchen. Was nicht zuletzt auch Corona bzw. der dadurch notwendigen Online-Lehre geschuldet ist.

Berührender Ausdruck dieses Zurückgeworfenseins auf sich selbst ist in ihrer Fragilität etwa die mail-art von Andre Bagh, das komplette Gegenteil davon sind die aus dem Netz gefischten Steine, die Gloria Sogl fröhlich tanzen lässt. Fast an aztekische Skulpturen erinnert wiederum jene von Ayaka Terajima, auch wenn sie aus Abformungen banaler Verpackungen gepuzzelt ist.

Mit Nadel und Faden hat Anna-Lena Keller Ihren „Läufer“ mit Arm-und Knieschützern bestückt.
© Verena Nagl

Philipp Benkert lässt auf einem großen Foto Elektroschrott verführerisch glänzen, Johanna Gonschorek in einem Hörstück über Formen des Abbaus diskutieren. Frida Katos Arbeit ist ein schräger Zwitter aus Skulptur und Malerei, Yuchu Gao macht fast naive Malerei. Anna-Lena Kellers „Läufer“ ist aus Stahl und überlebensgroß und mit Knie- und Armschützern bestückt. Überzeugender kommt da schon das Video von Sun Zhenyu daher, das durch Supermärkte surft, die der Künstler mit verblüffend realistisch gefakten Produkten bestückt hat.

Galerie der Stadt Schwaz

Franz-Josef-Straße 27; bis 10. Juli, Mo–Fr 12–18, Sa 10–15 Uhr.

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