Nicht bürgerfreundlich? Ärger über Warteschleife beim Finanzamt

An mehreren Tagen gelang es einem Tiroler nicht, beim Finanzamt einen echten Menschen ans andere Ende der Leitung zu bekommen. Im Ministerium verweist man auf die Möglichkeiten, mit den Finanzämtern in Kontakt zu treten.

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50 Minuten wartete ein Innsbrucker am Telefon darauf, mit einem Finanzbeamten zu sprechen – und gab dann auf.
© Symbolfoto: iStock

Innsbruck – Eigentlich wolle er nur eine kurze Auskunft über die Höhe der NoVA für ein älteres Auto bekommen. Doch der Anruf beim Finanzamt Innsbruck endete für einen Leser der TT, der anonym bleiben möchte (Name der Redaktion bekannt), mit einer Warteschleifen-Odyssee. An mehreren Tagen sei es ihm nicht gelungen, einen echten Menschen ans andere Ende der Leitung zu bekommen. Stattdessen hatte er es mit Stimmen vom Band und Auswahlmöglichkeiten per Tastendruck zu tun, die nicht die NoVA zum Thema haben. „Meine längste Wartezeit war dabei einmal 50 Minuten. Dann hab’ ich aufgegeben“, schildert er das nervenzehrende Unterfangen.

Wer im Internet die Nummer des Innsbrucker Finanzamtes sucht, stößt auf die 050 233 233 – was übrigens die Nummer für alle Finanzämter ist. Denn sämtliche Anrufe aus Österreich landen an einer zentralen Stelle. „Dabei kann es durchaus zu Wartezeiten kommen“, räumt Johannes Pasquali, Pressesprecher im Finanzministerium, ein. Allerdings würden hier laufend die Kapazitäten erhöht, die Wartezeit bei der Corona-Hotline der Finanzämter liege derzeit bei gerade einmal durchschnittlich 60 Sekunden. Pasquali weist außerdem auf den Live-Chat hin sowie auf die Möglichkeit der Vereinbarung eines persönlichen Termins im jeweils zuständigen Finanzamt. Den Vorwurf, nicht bürgerfreundlich zu sein, weist er zurück. Man habe gerade unlängst die Möglichkeiten ausgebaut, mit den Finanzämtern in Kontakt zu treten. (np)


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