Schwangere erhalten nach Kritik nun Impfung in Innsbruck

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Nach langem Hin und Her werden auch im Messezentrum Innsbruck Schwangere geimpft.
© Böhm

Innsbruck – Seit knapp zwei Wochen hagelt es ständig Beschwerden von Schwangeren, denen trotz Anmeldung beim Impfportal im Messezentrum Innsbruck eine Impfung verwehrt wurde – die TT berichtete. In Gesprächen mit dortigen Impfärzten wurde den betroffenen Frauen erklärt, dass die Impfung für Schwangere zwar offiziell empfohlen sei, es aber um offene Haftungsfragen gehe.

Eine Tatsache, die zunächst auch seitens des Landes bestätigt wurde: Obwohl das Nationale Impfgremium bereits Mitte Mai auch Schwangeren grünes Licht für Covid-Impfungen (bevorzugt mRNA-Impfstoffe) gab und diese vom Risiko in die dritte Priorität („erhöht“) stufte, liegt die Letztverantwortung beim impfenden Arzt – auch verbunden mit allfälligen Haftungsfragen. Das hat damit zu tun, dass es sich hierbei um einen so genannten „Off-Label-Use“ handelt. Das heißt, dass es keine speziellen Studien gibt und der Hersteller keine Haftung übernimmt. Dazu muss man aber sagen, dass es auch für andere Impfstoffe keine offizielle und eigene Zulassung für die Impfung von Schwangeren gibt.

Das Land Tirol hätte deshalb rein rechtlich gesehen keine Möglichkeit, anzuordnen, ob der betreffende Arzt/die betreffende Ärztin die Impfung verabreicht oder nicht, hieß es bis zuletzt. Deshalb werden an einigen Impfstellen Schwangere von Ärzten geimpft, an anderen nicht. Anders als behauptet, gibt es in Tirol aber keine Sonderregelung hinsichtlich der Haftung, es gilt überall dasselbe.

Seit gestern scheint es nun eine einheitliche Lösung in Tirol zu geben. Das Land teilte mit, dass es ab sofort möglich ist, sich unter www.tirolimpft.at als Schwangere zu kategorisieren. Damit wären diese extra ausgewiesen. Gleichzeitig – so heißt es auf TT-Anfrage – werden ab sofort auch in der Messehalle Innsbruck Schwangere geimpft. Es liege seitens des Bundes eine Einverständniserklärung vor, die die priorisierte Impfung von Schwangeren ermöglicht. Das Thema bleibt ein sensibles: „Wichtig ist es, mit den betreuenden Gynäkologen ein Gespräch zu führen und eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen“, sagt Gesundheitsdirektor Thomas Pollak. Trotz begrenzter Erfahrung mit Corona-Impfstoffen bei Schwangeren gibt es bis dato aber keine besonderen Auffälligkeiten. Die Letztverantwortung bleibt beim impfenden Arzt, für vertiefende Aufklärung werden in den Impfzentren nun eigens Kojen reserviert. (lipi)

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