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Promi-Schönheitschirurg Werner Mang: „Man muss nicht jede Falte wegbügeln“

Der deutsche Promi-Schönheitschirurg Werner Mang spricht über Instagram-Wahnsinn, falsche Ideale und verpfuschte Schönheits-Operationen.

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Hier noch ein Spritzerl fürs Wangerl, da noch eins für die Lippen. Manchmal wird mit dem Schönheitswahn übertrieben.
© Imago GU Verlag

Herr Prof. Mang, einige Menschen haben während der Corona-Pandemie nicht nur ihre Keller ausgemistet, sondern auch ihr Gesicht optimiert. Gesichts-OPs haben durch Video-Telefonate zugenommen. Kommen viele mit der Nahaufnahme nicht klar?

Werner Mang: Ja, man muss sich schon wundern, dass in Corona-Zeiten gerade die Schönheits-OPs „to go“ extrem zugenommen haben. Früher hat man einmal in den Spiegel geschaut und das war es. Heute wird man permanent mit seinem Gesicht konfrontiert: in Videokonferenzen, auf Skype und Facetime. Man sieht dann schonungslos seine Schlupflider, Tränensäcke und Falten und deswegen haben Gesichtsoperationen wie Mini-Lift, Botox, Hyaluronsäure, Lasertherapie, Gesichtsmodellierungen mit Fettabsaugung oder Fadenlift zugenommen.

Auch die sozialen Medien tragen dazu bei, dass Menschen nicht mehr mit ihrem Aussehen zufrieden sind.

Mang: Es wird in den sozialen Medien von Influencern eine Scheinwelt vorgegaukelt. Die Bilder sind mit Photoshop bearbeitet und haben mit natürlicher Schönheit nichts mehr zu tun. Es kommen tatsächlich Jugendliche mit 13, 14 Jahren mit einem bearbeiteten Selfie zu mir und wollen dann so aussehen wie auf dem Foto. Da stimmt etwas nicht mehr in unserer Gesellschaft! Ich kann nur sagen, Zuckerberg & Co. haben Monster erschaffen und hier müssen wir einschreiten, damit unsere Kinder nicht bald vermehrt zum Psychiater gehen müssen.

Gleichzeitig erobern Sie mit Ihrer „Mang-Nase“ den asiatischen Raum. Ist das nicht ein Widerspruch?

Mang: Ich habe eine Kooperationsklinik in Shanghai. Dort boomt die Schönheitschirurgie, ein Milliarden-Markt. Wenn ich nochmal 40 wäre, dann würde ich dort eine neue Bodenseeklinik aufbauen, denn die reichen Asiaten lieben Europa und auch die deutsche Schönheitschirurgie. Deswegen habe ich einen speziellen Silikon-Nasenspan entwickelt, um die flachen asiatischen Nasen aufzubauen. Bis jetzt wurde das mit Knorpel oder tierischem Material gemacht.

Sie warnen vor Schönheitswahn, Pfuschern und OP-Tourismus. Wie viele Menschen kommen nach verpfuschten OPs zu Ihnen?


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