Autonomes Fahren von VW rückt allmählich näher

Elektromobilität und Digitalisierung haben – zu Unrecht – das dritte Transformationsthema der Autobranche in den Hintergrund gerückt.

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Zukunftsmusik mit Realitätsanspruch: Der ID.Buzz soll nach Moia-Plänen mit allerhand Sensoren bestückt werden, um das autonome Fahren massentauglich zu machen.
© VW, Argo AI, Moia

Von Markus Höscheler

Wolfsburg – Dem Verbrennungsmotor kauft die Politik den Schneid ab, die Digitalisierung ist unverkennbar in den Automobilen angekommen: Touchscreens, Sprachbedienung, Gestensteuerung – hochmoderne Anwendungen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, aus dem Automobil schon gar nicht. Doch ein weiteres Transformationsthema scheint nicht so richtig in die Gänge zu kommen, zu komplex sind ganz offensichtlich die Anforderungen. Es geht um das autonome Fahren, das zwar schon Milliardensummen weltweit an Forschung und Entwicklung verschlungen, aber noch keine serienreifen Ergebnisse produziert hat.

Unverzichtbar fürs autonome Fahren ist die Lichtwellentechnik, die Lidar mit sich bringt.

Vom Tisch ist das Thema jedoch nicht, Lebenszeichen gibt es immer wieder. So hat vor rund einem Monat Toyota die Roboterautosparte Level 5 des amerikanischen Uber-Konkurrenten Lyft übernommen. Durchaus in die Gänge zu kommen scheint das Unternehmen Argo AI, in das Ford und Volkswagen gemeinsam knapp zwei Milliarden Euro investiert haben. Vor Kurzem teilte Argo AI gemeinsam mit VW Nutzfahrzeuge und der VW-Mobilitätsdienstleistungstochter Moia mit, dass nahe München ein neues Erprobungszentrum für autonomes Fahren in Betrieb gehen werde. Und schon ab 2025 sollen autonom fahrende ID.Buzz-Modelle zeigen, dass die Technik Zukunft hat. Hier gibt es allerdings noch viel zu tun, denn höchste Priorität hat das Thema Sicherheit – und dieses lässt sich nur gewährleisten, wenn die zur Verfügung stehenden Daten präzise sind und die Sensorik einwandfrei arbeitet.

Argo AI und die Kooperationspartner setzen dabei aufs Dreigespann Kameras, Lidar (Lichtwellen) und Radar, um die jeweiligen technischen Vorteile zu kombinieren und die technischen Nachteile auszumerzen. Mit dem ersten kommerziellen Einsatz rechnet Moia dann ab 2025, gestartet werde in Hamburg. Dabei denkt die VW-Tochter nicht nur an den Personentransport, sondern auch an Warentransport. „Autonomes Fahren ist für das Unternehmen ein wichtiger Schritt auf dem Weg, dieses neue Geschäftsfeld auszubauen“, teilt Geschäftsführer Robert Henrich mit.

Geschäftsfeld autonomes Fahren: Geeignet ist die neue Technik für Personen- und Warentransport gleichermaßen.

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