Audi Q4 e-tron: Vier Ringe glühen elektrisch wie nie

Mit dem bald verfügbaren Q4 e-tron kommt samt Sportback-Derivat das erste Modell für breite Kundenschichten – was sich auch an den Bestellungen zeigt.

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Der hier abgebildete Q4 Sportback e-tron rollt ab September zu den Händlern, das Basismodell ist schon ab Mitte Juni verfügbar.
© Audi

Von Gerhard Kuntschik

Neustadt in Holstein – „Der sollte ein Erfolgsmodell werden.“ Das sagt Gudrun Glück, Pressesprecherin von Audi in Österreich, nicht nur aus berufsbedingter Position. Denn mit dem neuen Elektrischen der Ingolstädter, dem als „kompakt“ eingestuften Q4 e-tron, wird der erste Schub in Richtung einer größeren Kundenschicht gelingen – weil das Kompakt-SUV preislich dafür tauglich ist (ab 43.000 Euro) und technologisch höchst interessante Details bietet. Dazu ist die Wahlmöglichkeit breit: Zwei Batteriegrößen (52 bzw. 77 kWh) und drei Leistungsstärken (170, 204 und 299 PS) sind verfügbar, die kleineren Versionen bieten Heck-, das große Modell Allradantrieb. Und dazu kommt noch die Frage „Wie hätten’S ihn denn gern? Als SUV oder Sportback?“

Der Hersteller gibt die Reichweite des Q4 35 e-tron mit 341 Kilometern an (Sportback: 349), beim Q4 40 sollen es 520 km (Sportback sogar 534) sein, bei den quattro-50ern 488 bzw. 497 km. Was klarerweise Neugierde im Praxistest erzeugt. Auf einer 50-Kilometer-Strecke im Holsteinschen Flachland von Lübeck die Küste entlang und überwiegend innerorts lag der Reichweitenverlust sogar weit unter den gefahrenen Kilometern, weil sich die oftmalige Rekuperation (beim „Lupfen“ oder Bremsen) stark auswirkte. Das Gegenstück war die Autobahn: Ab 130 km/h ratterte die Reichweitenangabe fast schneller runter als man hinschauen konnte.

Apropos hinschauen: Ein Volltreffer an Übersichtlichkeit, ausreichender, aber nicht zu üppiger Information und gelungener Darstellung ist das Cockpit mit dem neuen Infotainment (11,6-Zoll-MMI-Display) und relativ einfacher Bedienung, wenn man Smartphone-geübt ist (wird eh von Jedermann/Jederfrau vorausgesetzt). Dazu kommt ein um „Augmented Reality“ ergänztes Head-up-Display, das gefühlte zehn Meter voraus Richtungswechsel mit blauem Pfeil anzeigt.

Worauf der Technische Projektleiter, der aus dem Kärntner Mölltal stammende Klaus Bugelnig, stolz ist: „Der Q4 e-tron hat die Außenmaße der Kompaktklasse, den Innenraum der Oberklasse und den Laderaum eines Mittelklasseautos.“ Na bitte, universell für alle Bedürfnisse, also wird auch betont, der Q4 sei auch als Erstwagen alltagstauglich – für alle Anforderungen.

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Natürlich hat auch der elektrische Q4 optional den Drive-Select-Schalter (Fahrmodi/Serie beim Sportback), die Progressivlenkung (die u. a. einen 10,2-Meter-Wendekreis ermöglicht und in den quattro-Modellen Serie ist), die Dämpferkontrolle und eine Sportaufhängung. Die dreistufige Rekuperation beim „Segeln“ bewirkt Verzögerung von 0,06 bis 0,15 g, beim Bremsen bis zu 0,3 g.

Und nicht zuletzt wurde auch im Design auf Gimmicks nicht verzichtet. Wie zum Beispiel bei der individuell veränderbaren Lichtsignatur der Scheinwerfer.

Die kompakte Batterie mit acht Modulen lässt sich mit bis zu 7,4 kW Wechselstrom oder bis zu 100 kW bei Schnellladung auffüllen. Der größere Akku (zwölf Module) ermöglicht bis zu elf bzw. 125 kW. Mit Stand April umfasste das Audi-eigene europäische Ladenetz (Audi Charging Service) 210.000 Stationen in 26 Ländern, davon 4400 für das ganz schnelle Laden (HPC – High Power Charging).

Die Preise der drei Leistungsstufen beginnen bei 43.500, 49.500 und 56.000 Euro. Insgesamt sind neun Ausstattungspakete fürs Interieur bestellbar (fünf für die Basis, vier für S-Line). Dass der Q4 e-tron Interesse hervorruft, zeigen 800 Bestellungen (Stand April), die getätigt wurden, als noch kein Fahrzeug bei einem heimischen Händler eingetroffen war. Markteinführung ist Mitte Juni, die Sportback-Versionen kommen ab September.


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