„Zweifellos ein Glücksgriff“: Alfred Doppler wird 100 Jahre alt

Der Innsbrucker Germanist Alfred Doppler feiert am Samstag seinen 100. Geburtstag.

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Alfred Doppler war bis 1991 Professor in Innsbruck.
© Jenny/Uni Ibk

Innsbruck – Das Interesse an neuen Möglichkeiten der Literatur- und Wissensvermittlung prägte und prägt Alfred Dopplers berufliche Laufbahn. Als Lehrer am Akademischen Gymnasium Graz verwaltete er in den 1950er- und -60er-Jahren die „audiovisuellen Unterrichtsbehelfe“ – sprich Magnetbänder. Langspielplatten und die dafür geeigneten Abspielgeräte. Während der Pandemie-bedingten Kontaktverbote der vergangenen Monate kommunizierte er via Skype mit der Außenwelt – und erfreute seine Zuhörerinnen und Zuhörer dabei nicht zuletzt mit Gedichten. Als Vortragskünstler sondergleichen galt Alfred Doppler auch als Germanistikprofessor. Noch Jahrzehnte nach seiner Emeritierung 1991 schwärmten zu Professoren gewordene frühere Doppler-Schüler von den beeindruckenden Vorlesungen des Germanisten, in denen eben nicht nur vorgelesen, sondern Texte und Kontexte zum Leben erweckt wurden.

An diesem Samstag wird Alfred Doppler 100 Jahre alt. Die Universität Innsbruck ehrt ihn bereits am Freitag mit einem – auch online übertragenen – Festakt. Die von Wolfgang Hackl, Johann Holzner und Wolfgang Wiesmüller herausgegebene Jubiläumsschrift „Ein Festgeschenk“ erscheint pünktlich zum runden Geburtstag im Universitäts-eigenen Verlag iup.

Alfred Doppler wurde im Juli 1971, also vor ziemlich genau 50 Jahren, auf die damals neu geschaffene Professur „Österreichische Literaturgeschichte“ der Innsbrucker Uni berufen. „Zweifellos ein Glücksgriff“, schreibt Ulrike Tanzer, eine seiner Nachnachnachfolgerinnen, in ihrem Geleitwort zur Jubiläumsschrift: „Er brachte neuen Schwung und neue Themen, beschäftigte sich erstmals mit Gegenwartsliteratur und nahm die Ausbildung von Generationen von DeutschlehrerInnen ernst.“ In den anderen Beiträgen, dem von Sigurd Paul Scheichl zum Beispiel, wird diese Einschätzung mit eigenen Erlebnissen untermauert – und Doppler als philologisch wegweisender Entstauber und Erneuerer einer – nach zwei Weltkriegen auf ideologisch fragwürdig gewordenen – akademischen Disziplin beschrieben, der schon lange vor seinem Hunderter ein Jahrhundertgermanist war. (jole)

📚 Festschrift Wolfgang Hackl, Johann Holzner, Wolfgang Wiesmüller (Hrsg.): Ein Festgeschenk. iup, 126 Seiten, 16,90 Euro.

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📽️ | Der Festakt für Alfred Doppler wird am Freitag ab 16 Uhr auf http://go.tt.com/doppler übertragen.


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