Zu wenig leistbarer Wohnraum in Schwaz: Grüne sehen Handlungsbedarf

Die Grünen fordern jährlich 35 neue gemeinnützige Wohnungen in Schwaz.

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Tarik Özbek, Viktoria Gruber und Hermann Weratschnig (v. l.) mit einigen ihrer Ideen in Bezug auf Schaffung leistbaren Wohnraums.
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Von Angela Dähling

Schwaz – 700 Wohnungssuchende in Schwaz, rund die Hälfte meldet dringenden Bedarf. Allerdings fehlt den meisten das Geld, um sich Wohnungen, wie sie etwa derzeit am Pirchanger entstehen, kaufen zu können. „850.000 Euro wird da für eine 90 m² große Wohnung verlangt“, weiß Stadträtin Viktoria Gruber (IgLS/Grüne). Bei gefördertem sozialen Wohnbau sei die Stadt Schwaz in Verzug, konstatiert ihr Listenkollege NR Hermann Weratschnig. Es würden in diesem Bereich zwar Sanierungen stattfinden, aber die Neubauten fehlten. „35 neue geförderte Wohnungen pro Jahr braucht es in Schwaz mindestens in den nächsten Jahren“, ist Weratschnig überzeugt.

Wie das zu erreichen wäre, haben die Grünen in einem Positionspapier festgehalten. Die sanierungsbedürftige Freiheitssiedlung sollte laut Weratschnig ähnlich erneuert werden wie die Prantlsiedlung in Jenbach, wo durch den Neubau die Wohnungsanzahl verdoppelt wurde. Wichtig sei, parallel ein Verkehrskonzept zu erstellen. „Zu viel Mietkauf hat den Nachteil, dass die Stadt Eigentum verliert. Ein gewisser Mietbestand muss bleiben“, fordert Weratschnig, der sich für studentischen Mietwohnbau und Single-Wohnungen im Bahnhofsbereich ausspricht. Leistbare Reihen- und Einfamilienhäuser auf städtischem Grund auf Baurechtbasis zu errichten, lautet ein Vorschlag von Gruber. Sie regt an, die vielfältigen Möglichkeiten der Vertragsraumordnung besser zu nutzen. Verkehrskonzepte, die auch Radfahrer und Fußgänger berücksichtigen, ist ein Anliegen von Verkehrsreferent Tarik Özbek.

Auch beim Schaffen von günstigem Wohnraum in der Innenstadt sei dies Thema. „Hier könnte leistbarer Wohnraum saniert und durch Aufstockung geschaffen werden, für Menschen, die kein Auto brauchen“, sagt er und fordert eine Aktualisierung der Stellplatzverordnung. Bodensparende Nutzung, der Erhalt der Schwazer Felder, stärkere Förderung von Photovoltaikanlagen, ein Grünraumkonzept und ein digitaler Baumkataster sind weitere Forderungen der Grünen. „Der Baumkataster ermöglicht es jedem Bürger, jederzeit Einsicht über den Zustand aller 957 Bäume im Stadtgebiet zu nehmen“, sagt Gruber.


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