Katzenmord und vermeintlicher Raub bleiben ungesühnt

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Das Opfer betrunken, der vermeintliche Räuber unter Drogeneinfluss und ein Zeuge mit Erinnerungslücken: So war es für den Schöffensenat am Montag kaum möglich, die Ereignisse an einer Innsbrucker Bushaltestelle zu rekonstruieren. Die Staatsanwältin warf einem 30-Jährigen vor, im August 2020 einen Mann niedergestoßen und ihm die Geldtasche entrissen zu haben. Bei der Verhandlung räumte das Opfer ein, „dass mir die Geldtasche auch aus der Hand gefallen sein kann, als ich angerempelt wurde“. Der Angeklagte konnte sich an nichts mehr erinnern, „ich muss so aus der Spur gewesen sein“. Ein Zeuge, der den 30-Jährigen gegenüber der Polizei noch massiv belastet hatte, schwächte seine Aussage und widersprach sich dabei. Auf einem Überwachungsvideo war nur zu sehen, dass der sichtlich desorientierte Beschuldigte in die Straßenbahn ein- und wieder ausstieg. „Es gibt keinen Nachweis, dass mein Mandant das Geld auch nur angefasst hat“, meinte dessen Anwalt. Das sah auch der Schöffensenat so – Freispruch (rechtskräftig).

Wer hat die Katze mit einem Walking-Stock getötet? Das muss der Freund der Tochter gewesen sein, mutmaßte die Besitzerin gegenüber der Polizei. Doch der wegen Tierquälerei angeklagte Außerferner wies jede Schuld von sich. Er habe dem Tier bei seinem Besuch im Dezember 2019 nicht ins Maul gestochen. Die Tochter der Katzenbesitzerin und Lebensgefährtin des Angeklagten bestätigte dessen Aussage. „Er kann’s nicht gewesen sein. Ich hätte das sehen müssen.“ Auch sie selbst habe mit dem Tod der Katze nichts zu tun. Der 24-Jährige wurde freigesprochen.

Wegen der Weitergabe von Cannabis an eine Jugendliche und weiterer Drogendelikte wurde ein vorbestrafter Osttiroler zu fünf Monaten Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). (tom)

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