Ausstellung „Body & Soul": Körperliches gegen Abstraktes

Elke Krystufek trifft bei Kugler auf Edith Dekyndt und Thilo Heinzmann.

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Dekyndts „Marie“ (2020) links neben Krystufeks „Hescape“ (2009) – ein Stück Biennale kann man bei Kugler für 55.000 Euro erstehen.
© Kugler

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Als Elke Silvia Krystufek 2009 auf der Biennale in Venedig eine Reihe männliche, dem direkten Blick ausweichende Akte in den rechten Flügel des Österreichischen Pavillons hing, war das schon noch Sensation. Gerade in einer derart traditionellen Ausstellungsumgebung, in der das „starke Geschlecht“ bis heute nachwirkt. Krystufek wollte mit ihrer „weiblichen Schaulust“ ein Tabu brechen, am Eingang pinselte sie den Begriff sogar an die Wand. Das Besondere ihrer konzeptuellen Malerei: Sie war über die Leinwand hinaus gedacht, an der Wand mit gepinselten Texten versehen.

Davon lässt sich heute kaum mehr etwas erahnen. Eine Arbeit ihrer Biennale-Rauminstallation hängt derzeit in der Galerie Kugler in Innsbruck. Geblieben ist hier der Fokus auf den Körper, den männlichen, heterosexuellen, der an den entscheidenden Stellen auch schon mal beschnitten wird.

„Body and Soul“ hat Kugler seine Ausstellung genannt, auch um damit dem Körperlichen, Vergänglichen von Krystufek etwas Ewiges, Abstraktes entgegenzusetzen – kein allzu spitzfindiges Konzept. Aber eines, das allgemeingültig genug ist, um Edith Dekyndts weiße Stoffarbeiten einzufassen, die erst durch die komplexen Faltungen bewegt werden und zur Skulptur mutieren. Oder Thilo Heinzmanns frisch angefertigte, dahingehauchte Malereien, die weich und zart wirken. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man zwischen ausgesähtem Pigment scharfe Glassplitter – einer von gleich mehreren Gegensätzen, die in dieser Schau reizvoll sind.

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