Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein bleibt gesperrt

Weltbekannt, aber desolat: Die Marienbrücke beim Schloss Neuschwanstein ist bis Herbst 2022 gesperrt.

  • Artikel
  • Diskussion
1,5 Mio. Besucher genießen in Corona-freien Jahren den Blick von der Marienbrücke auf Neuschwanstein.
© Böck

Von Simone Tschol

Schwangau, Reutte – In Pandemie-freien Zeiten zählt Schloss Neuschwanstein rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr. Auch für viele Außerferner ist das Märchenschloss immer wieder einen Ausflug wert. Die meisten Gäste genießen dabei auch den imposanten Blick von der Marienbrücke auf das Märchenschloss. Doch der ist bis auf Weiteres gestrichen. „Nach aktuell durchgeführten statischen Untersuchungen muss die 90 Meter hohe Marienbrücke, die die Pöllatschlucht auf einer Länge von 35 Metern überspannt, für Besucher leider gesperrt werden“, teilt die Bayerische Schlösserverwaltung mit. Die Felsanker, die bis zu 15 Meter in den Felsen gebohrt sind, müssten dringend getauscht bzw. neue gesetzt werden.

Die Planungen werden noch in diesem Jahr abgeschlossen. Mit den Arbeiten soll dann im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden. „Sie dauern voraussichtlich bis Herbst 2022. Bis dahin bleibt die Brücke geschlossen“, so Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung.

König Maximilian II. hatte als Geburtstagsgeschenk für seine Gemahlin Marie in den 1850er-Jahren einen hölzernen Reitersteg über dem Pöllatbach errichten lassen. Sein Sohn König Ludwig II. ließ ihn durch eine Brücke in Eisenkonstruktion ersetzen.

Die Brücke war seinerzeit ein Novum: Ohne Stützen überspannt sie die Pöllatschlucht und wird ausschließlich von den in den Fels gesetzten Verankerungen gehalten. 1978 musste die historische Brücke durch einen Neubau ersetzt werden, nur die historischen Geländer konnten wiederverwendet werden.


Kommentieren


Schlagworte