Von Groningen bis Barcelona: Acht Städte werben fürs Fahrrad

Die Schau „Rückeroberung der Stadt“ in der Stadtbibliothek macht Lust aufs Rad.

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Kuratorin Stefanie Lampe, Radkoordinatorin Teresa Kallsperger, Stadträtin Uschi Schwarzl und Christian Schoder (v. l.) als technischer Umsetzer des Masterplans Radverkehr betreiben auch Bewusstseinsbildung.
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Von Alexander Paschinger

Innsbruck – 9,6 Prozent beträgt der Anteil des Radfahrens am Innsbrucker Gesamtverkehr. Und es ist ein erklärtes Ziel der Stadtregierung, diesen Anteil bis 2030 zu verdoppeln. In den nächsten drei Jahren nimmt die Landeshauptstadt für den „Masterplan Radverkehr 2030“ sieben Millionen Euro in die Hand, bis 2030 sollen es 38 Millionen Euro sein. „Da passen meine Ressorts Tiefbau und Kultur gut zusammen“, meint dazu Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) anlässlich einer besonderen Ausstellungseröffnung in der Innsbrucker Stadtbibliothek: „Fahr Rad! – Die Rückeroberung der Stadt“ nennt sich die Schau des Deutschen Architekturmuseums, die bis zum 25. August in Innsbruck zu sehen ist.

„Unsere Städte stehen an der Schwelle eines Wandels“, sagt Schwarzl. Der Straßenraum werde von der Wirtschaft und den Menschen wieder übernommen. „Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig der öffentliche Raum ist“, erklären Schwarzl und Ausstellungskuratorin Stefanie Lampe. Und „Radfahren ist eine innovative, urbane Kultur“, betont Schwarzl.

Das wird durch die Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums auch unterstrichen: „Uns geht es nicht um das Fahrrad als Design, sondern: Was macht das Fahrrad mit dem Stadtraum?“, bezeichnet Lampe das Rad als „Seismograph“. Die Ausstellung nimmt den Besucher mit auf eine Reise durch Städte der Welt: von der 200.000-Einwohner-Stadt Groningen in die Acht-Millionen-Stadt New York, vom schneereichen Oslo ins sonnengeflutete Barcelona.

Der Betrachter erfährt über den Umgang mit Verkehr und Radfahrern in verschiedenen Kulturen. Er besucht das Rad-Parkhaus von Utrecht mit seinen unglaublichen 13.500 Plätzen und erfährt von Visionen in New York, den Schutz vor dem steigenden Meeresspiegel mit Radfahrkonzepten zu verbinden. Man erkennt aber auch, dass ein Auto 12 m² verstellt – und das 96 Prozent der Tageszeit.

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„Das sind Bilder von Best-Practice-Beispielen aus der ganzen Welt“, wirbt Schwarzl für die Ausstellung. Für Teresa Kallsperger als Innsbrucker Fuß- und Radkoordinatorin ist das nur ein Teil der Bewusstseinsbildung, die Hand in Hand mit dem Masterplan Radverkehr geht. „Wir bewerben das Fahrrad sehr großflächig.“ Für die technische Umsetzung der Infrastruktur ist Christian Schoder zuständig.

Bewerben will Innsbruck das Radfahren freilich bei neuen Zielgruppen. Und da macht Lampe Hoffnung: „60 Prozent wollen Rad fahren, fühlen sich aber auf der bestehenden Infrastruktur nicht wohl.“


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