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TT-Analyse: Von leeren Almen und falschen Versprechen

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Nicht wenige heimische Schafhalter überlegen heuer überhaupt aufzutreiben.
© Böhm
Benedikt Mair

Analyse

Von Benedikt Mair

Wer nicht schlafen kann, soll Schäfchen zählen. Das wirkt. Zumindest bei einem von Tirol, Südtirol, Bayern und anderen Regionen des Alpenraums angekündigten Vorhaben. Gemeinsam wollten sich die Länder bei der Europäischen Union dafür starkmachen, dass der Schutzstatus des Wolfes aufgeweicht, ein Abschuss damit erleichtert wird. Mit jedem gerissenen Weidevieh schlummern die Bestrebungen weiter ein. Und vielen Betroffenen dämmert, das zahme Agitieren in Brüssel kann zu einem bösen Erwachen führen.

Hierzulande häufen sich aktuell Meldungen über Tiere, die von Beutegreifern getötet wurden. Noch bevor die Almsaison so richtig begonnen hat. Nicht wenige heimische Landwirte, besonders Schafhalter, überlegen, heuer gar nicht erst aufzutreiben. Ängste und Unsicherheiten greifen um sich. Was langfristig dazu führt, dass eine große Zahl an Bauern für immer ihre Stalltüren schließt – mit fatalen Folgen für das Land und seine Bewohner. Stehen Almen leer, werden Weiden im Hochgebirge nicht mehr bestoßen, verwildern ganze Landstriche. Was unweigerlich die Gefahr für Naturkatastrophen ansteigen lässt.


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