Frauenberufszentrum Osttirol: „Berufswahl gehört in Schulen“

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Lienz – Es sind junge Frauen bis zum Alter von 25 Jahren, für die das Frauenberufszentrum Osttirol (FBZ) mit Verena Troger eigens eine neue Ansprechpartnerin eingestellt hat. Seit Mai hat Troger in Einzelberatungen ein offenes Ohr für Arbeitssuchende, ab dem Herbst sollen auch Gruppenangebote zur Neuorientierung beitragen.

„Bei der Berufswahl denken die meisten Mädchen noch nicht an die Vereinbarkeit ihrer Tätigkeit mit einer Familie, das kann nach wenigen Jahren zum Problem werden“, berichtet die Jungberaterin, die selbst noch einen Masterabschluss an der Universität Graz in Angriff nimmt. Entsprechend sind es aktuell junge Mütter Anfang 20, für die nach ihrer Karenz die zeitlichen Zwänge von Schichtbetrieb oder Nachtarbeit sowie fehlende Kinderbetreuung zur Herausforderung werden.

„Es gibt leider kaum Ausbildungsangebote, die nicht Vollzeitanwesenheit abverlangen, meistens muss man sogar den Bezirk verlassen“, weist Itta Tenschert, Leiterin des FBZ, auf ein Erschwernis speziell in Osttirol hin, wenn man sich vielleicht noch einmal für eine gänzlich andere Ausbildung entscheiden sollte. „Im Jugendalter kann man seinen Lebensmittelpunkt noch verlegen, mit der Verantwortung für ein Kind wird das fast unmöglich.“ Frauen, eben auch junge Frauen, sollten sich unbedingt über die gesamte Breite der möglichen Berufe informieren. „Es kommt auch den Betrieben Verantwortung zu, ihre Arbeitszeitmodelle an die Familiensituation ihrer Facharbeiter anzupassen.“ Noch stärker als bisher sollte möglichst früh im Schulalter die Berufswahl Thema sein. (bcp)


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