Zwölf statt 14 Jahre Haft für Mordversuch in Höfen

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Ein Alkomattest endete am Landesgericht.
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Cobrabeamte im Gang, weitere Polizisten im Schwurgerichtssaal: Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen musste am Mittwoch im Landesgericht ein Mordversuch erneut verhandelt werden. Der Grund für den Aufwand war die Vergangenheit des Angeklagten – der 32-jährige Syrer soll auch Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat gewesen sein.

Zur Gewalttat kam es Anfang Jänner 2020 in einer Garage in Höfen. Mit den Worten „Ich werde dich schlachten“, hat der Syrer versucht, einem Bekannten nach einem Streit mit einem Militärmesser den Kopf abzuschneiden. Das Opfer wehrte sich, nahm dem Täter die Waffe ab und blieb so unverletzt.

Bereits im vergangenen Herbst ist der Angeklagte wegen terroristischer Vereinigung und Mordversuchs zu 14 Jahren Haft verurteilt wurden. „Ein Extremist will einem abtrünnigen Gläubigen den Kopf abschneiden“, skizzierte Anwalt Alexander Swancar am Mittwoch das Motiv, das das Geschworenengericht beim ersten Prozess annahm. Für den Obersten Gerichtshof wurde allerdings der Terroraspekt zu wenig beleuchtet und der diesbezügliche Teil der Entscheidung aufgehoben. Damit war auch das Motiv hinfällig – der Mordprozess musste am Mittwoch wiederholt werden, der Vorwurf der terroristischen Vereinigung wird noch gesondert verhandelt. Am Ergebnis hat sich nur wenig geändert – der Syrer muss jetzt zwölf statt 14 Jahre im Gefängnis verbringen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. „Ich behalte mir rechtliche Schritte vor“, so Anwalt Swancar.

Anstiftung zum Amtsmissbrauch war am Mittwoch Thema einer weiteren Strafverhandlung. Auf der Anklagebank saß ein holländischer Fernfahrer, der im vergangenen August wegen Alkohols am Steuer seinen Führerschein für ein halbes Jahr abgeben musste. Im Oktober suchte der 57-Jährige den zuständigen Polizeibeamten auf. Wie der Angeklagte auch zugab, drängte er den Polizisten, bei der Bezirkshauptmannschaft anzurufen. Der Beamte sollte erklären, dass das Messergebnis aufgrund eines fehlerhaften Alkomaten falsch sei. Der Polizist weigerte sich und zeigte den Holländer stattdessen erneut an – diesmal wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Für die Richterin kein Kavaliersdelikt: Der Fernfahrer wurde zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Außerdem muss er 960 Euro Strafe zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (tom)


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