Collage aus Genres und Kulturen beim Klangspuren-Festival

Letzte Ausgabe für Festivaldirektor Reinhard Kager: Die Klangspuren finden heuer unter dem Motto „transitions“ in Innsbruck und Schwaz statt.

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Komponist Hossam Mahmoud, der Kulturamtsleiter Reinhard Prinz, Neo-GF Maria Salchner, BM Hans Lintner, Klangspuren-Obmann Thomas Larcher, Stadträtin Iris Mailer-Schrey und Leiter Reinhard Kager (v. l. n. r.).
© De Moor

Innsbruck – Nicht nur Brücken schlagen, sondern auch ein Umdenken anregen, das will Reinhard Kager mit dem diesjährigen Klangspuren-Festival (10. bis 26. September). Bewusst hat er deshalb das englische „transitions“ als Festivalmotto gewählt, das auch einen Wandel impliziert. In seiner dritten und letzten Festivalausgabe (ab 2022 übernehmen Christoph Dienz und Clara Iannotta die künstlerische Leitung) will er nach dem stark verkürzten Corona-Programm 2020 an die Zeit vor der Pandemie anschließen, so Kager anlässlich der gestrigen Programmpräsentation im Mathoi-Haus in Schwaz. In dieser historischen Stätte wird sich das Tiroler Festival für Neue Musik auch in Zukunft verorten, betont Thomas Larcher, der die Klangspuren einst mitbegründet hat. Er kehrte 2021 als Vereinsobmann an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Zum ersten Mal dabei ist auch Neo-Geschäftsführerin Maria Salchner, Nachfolgerin von Angelika Schopper.

Unsere Aufgabe ist es, im Zusammentreffen von Kulturen und Genres Möglichkeitsräume entstehen zu lassen.
Reinhard Kager (Festivalleiter)

Was laut Kager die Pandemie verdeutlicht: Eine Fortführung schonungsloser Ausbeutung von Natur und Mensch werde unweigerlich in neue Katastrophen führen. Konkret nennt er ökologische Krisen oder Fluchtbewegungen. Die Aufgabe der Klangspuren sei es, auf kultureller Ebene im Zusammentreffen von Kulturen und Genres neue Möglichkeitsräume entstehen zu lassen.

📽️ Video | Programm der Klangspuren Schwaz:

Eine musikalische Begegnung von Orient und Okzident forciert Hossam Mahmoud, der für die Klangspuren „Verschränkung 2“ (11.9.) komponierte und heuer außerdem sein 2017 uraufgeführtes „Innehalten“ (26.9.) auf die Bühne bringen wird – beides Werke, die ohne Dirigenten auskommen und in denen sich arabische Klänge und westliche Elemente zusammenraufen.

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Auf Genreüberschreitungen setzt der dreitägige Improvisationsschwerpunkt (16. bis 19.9.), u. a. mit Frank Gratkowsi, dem diesjährigen „Improviser in Residence“, der schon beim Pre-Opening am 9.9. zu hören sein wird – eröffnet wird dieser Abend übrigens von der Composer in Residence Adriana Hölszky. Einen ganz speziellen Akzent setzt auch heuer die elektronische Musik, u. a. vertreten durch das Wiener Akusmonium.

Zu einem „Fest der Gemeinsamkeit“ (25.9.) schlussendlich lädt der Tiroler Komponist Wolfgang Mitterer. Für seine Klangspuren-Komposition „Bridges 1-11“ baut das Tiroler Ensemble für Neue Musik (Leitung: Harald Pröckl) Brücken in Richtung Blasmusik, Chor und Stubenmusik: Zeitgenössische und tradierte Musik verschwimmen zu einer klanglichen Collage – eine Begegnung, die sich im Raum auch performativ ausdrückt. Bespielt wird dafür erstmals die Schwazer Tennishalle.

Vor allem Corona-bedingt suchen die Klangspuren diese Spielstätte auf – die Klangwanderung „Fluchtwege“ (19.9.) macht etwa an unterschiedlichen Stationen im Freien Halt. Welche weiteren Corona-Sicherheitsauflagen das Festival im September mitdenken muss, können die Veranstalter jetzt noch nicht sagen – Tickets sind ab morgen online erhältlich. (TT)

🔎 Weitere Infos: klangspuren.at


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