Indios im Busch: Argentiniens Präsident stieß Nachbarn vor den Kopf

Bei einer Rede hat der argentinische Präsident seine Nachbarn Mexiko und Brasilien in nur einem Satz verunglimpft. Ein veritabler Shitstorm folgte.

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Argentiniens Präsident Alberto Fernandez hat mit seiner Aussage einen Shitstorm ausgelöst.
© JUAN MABROMATA / AFP

Buenos Aires – Eigentlich wollte der argentinische Präsident Alberto Fernández die engen Beziehungen zu Europa betonen, doch dann ging der Schuss nach hinten los und er stieß seine Nachbarn in Lateinamerika vor den Kopf. "Die Mexikaner stammen von den Indios ab, die Brasilianer kommen aus dem Dschungel, aber wir Argentinier sind mit Schiffen aus Europa gekommen", sagte der Staatschef am Mittwoch bei einem Treffen mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez in Buenos Aires.

Mit diesem Kommentar entfachte Fernández in Lateinamerika einen veritablen Shitstorm. Die Argentinier gelten in der Region ohnehin als ein wenig zu stolz auf ihre mehrheitlich europäische Herkunft. "Das Schiff, das sinkt, ist Argentinien", schrieb der brasilianische Kongressabgeordnete und Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro mit Blick auf die schlechte Wirtschaftslage im Nachbarland auf Twitter.

Fernández bat später um Verzeihung. "Ich wollte niemanden beleidigen. Wer sich angegriffen fühlt, den bitte ich um Entschuldigung", schrieb er auf Twitter. "In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben wir über fünf Millionen Einwanderer aufgenommen, die mit unseren Urvölkern zusammenleben. Unsere Vielfalt ist unser Stolz."

Offenbar hatte der Staatschef mehrere Zitate durcheinandergebracht. Fernández wollte sich auf den mexikanischen Literaturnobelpreisträger Octavio Paz beziehen, der einmal gesagt haben soll: "Die Mexikaner stammen von den Azteken ab, die Peruaner von den Inkas und die Argentinier kamen auf Schiffen." Tatsächlich erinnerte sein Kommentar allerdings mehr an eine Textzeile des Lieds "Llegamos de los barcos" (Wir kamen von den Schiffen) seines Lieblingsmusikers Lito Nebbia. (APA/dpa)

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