Tiwag pachtet Dachflächen von Betrieben für Photovoltaik-Anlagen

Das neue Pachtmodell des Landes-Energieunternehmens ermöglicht kostenlose Photovoltaik-Anlagen auf Gewerbedächern.

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Thomas Gasser, Josef Geisler und Klaus Mair (v. l.) setzen auf Solarstrom.
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Von Angela Dähling

Vomp – Rund 86 Mio. m² Dachflächen gibt es in Tirol. „50 Millionen m² davon könnten zur Energieproduktion herangezogen werden“, meint LHStv. Josef Geisler, der die Solarenergie in Tirol als sinnvolle Ergänzung zur Wasserkraft sieht. Das Landes-Energieunternehmen Tiwag lässt nun mit einer besonderen Solaroffensive auf Gewerbe- und Industriehallen aufhorchen. „Nicht jeder Betrieb und jede Gemeinde hat die finanziellen Mittel zur Errichtung von Photovoltaikanlagen, daher bieten wir ein Pachtmodell an“, erklärt Tiwag-Vorstand Thomas Gasser.

Die Tiwag pachtet Dachflächen gegen Entgelt, errichtet darauf Photovoltaikanlagen, und der Verpächter erhält daraus Solarstrom zu einem günstigeren Preis als üblich. Der überschüssige Strom wird ins Stromnetz gespeist. „Ein ideales Modell für Betriebe, die tagsüber Strom brauchen und Hallendächer oder Parkplätze von mehreren hundert Quadratmetern haben“, sagt Gasser. Die Höhe des Pachtpreises sei variabel, denn er hänge u. a. von der Sonneneinstrahlung und der Stromabnahmemenge des Betriebs ab.

Für die Geschützte Werkstätte in Vomp als Referenzprojekt habe sich das Modell bereits bewährt, sagt deren Geschäftsführer Klaus Mair. 400 Kilowattpeak Solarstrom werden auf den Betriebsdächern in Vomp, 200 Kilowattpeak in Imst produziert. „Wir brauchen jährlich ca. 1,6 Mio. Kilowatt Strom, 40 % davon können wir nun selbst erzeugen und Kosten sparen“, sagt Mair. Erzeugt werden auf den Dächern 580.000 Kilowattstunden, was einem jährlichen Stromverbrauch von 165 Haushalten entspricht. Der Pachtvertrag läuft 20 Jahre, danach geht die Anlage ins Eigentum der Geschützen Werkstätte über. „Für die Tiwag ist das keine Goldgrube, aber es amortisiert sich“, meint Gasser.

Für private Haushalte läuft weiterhin die Förderung von maximal 400 € für die schlüsselfertige Bestellung von Kleinanlagen über den „Sonnenfonds“.


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