Startschuss für die EURO 2020: Die Türkei gegen die unbesiegbaren Italiener

Mit einjähriger Verzögerung fällt heute (21 Uhr, live ORF eins) in Rom der Startschuss zur paneuropäischen EM-Endrunde. Die hoch gehandelten Italiener bekommen es im Olympiastadion mit der Türkei zu tun.

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Für einen Sieg der Italiener (im Bild mit Stürmer-Star Ciro Immobile) zahlen Sportwettanbieter nicht viel.
© AFP

Rom – „Das Ziel ist es, am 11. Juli in Wembley das Finale zu spielen“, sagte Italiens Coach Roberto Mancini vollmundig vor Turnierstart. Der Titel könne „eine Wiedergeburt für den Fußball und für das ganze Land sein“. Italiens Stolz lag nach der verpassten WM in Russland in Trümmern.

Schneller als erwartet brachte der 56-Jährige den Europameister von 1968 aber wieder auf Kurs. Zehn Siege gab es in zehn Spielen der EM-Qualifikation. Zuletzt marschierten die Italiener in der Nations League ins Finalturnier und starteten mit drei Siegen in die WM-Qualifikation.

Seit einem 0:1 gegen Portugal im September 2018 ist Italien in 27 Spielen ungeschlagen geblieben. Zum Rekord aus den 1930er-Jahren fehlen noch drei Spiele. Zuletzt blieb die Mannschaft in acht Partien in Folge ohne Gegentor. Bei der EM 2016 kam im Viertelfinale im Elferschießen gegen Deutschland das Aus. „Diese Mannschaft hat mehr Qualität als vor fünf Jahren. Aber um dies auch zu zeigen, müssen wir zumindest über das Viertelfinale hinauskommen“, sagte der vergangene Saison für Paris Saint-Germain spielende Rechtsverteidiger Alessandro Florenzi.

Gruppe A, 1. Runde

Türkei – Italien (21 Uhr)

Rom, Stadio Olimpico (live ORF 1), SR Makkelie (NED)

Türkei: Cakir; Celik, Demiral, Söyüncü, Meras; Tufan, Yokuslu; Karaman, Yazici, Calhanoglu; B. Yilmaz.

Italien: Donnarumma; Florenzi, Chiellini, Bonucci, Spinazzola; Barella, Jorginho, Locatelli; Chiesa, Immobile, Insigne.

Bei den Italienern stimmt die Mischung: Veteranen wie das Abwehrbollwerk Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini bringen Erfahrung mit. Torhüter Gianluigi Donnarumma, Federico Chiesa oder Nicolo Barella stehen für die neue Welle. „Wir haben keine Spieler, die auf internationalem Niveau herausstechen und in einer Sekunde Spiele drehen können. Aber gegen große Mannschaften hat das Team den Unterschied gemacht“, sagte Bonucci. Was außerdem für die „Azzurri“ spricht: Sie dürfen heute im Stadio Olimpico vor 16.000 Tifosi spielen und müssen nicht Tausende von Kilometern zu Partien im zweiten Gruppen-Spielort Baku fliegen.

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Die Türken rechnen sich zur heutigen EM-Ouvertüre dennoch Chancen auf eine Überraschung aus. Für Trainer-Legende Senol Günes hängt „sehr viel vom Eröffnungsspiel ab“. Der 69-Jährige führte sein Heimatland vor 19 Jahren ins WM-Halbfinale, in der EM-Qualifikation überraschten die Türken unter Günes gegen Weltmeister Frankreich mit vier Zählern aus zwei Duellen.

Die Türkei verfügt über eine eingespielte Mannschaft mit starken Individualisten wie Hakan Calhanoglu (Milan) oder den Innenverteidigern Merih Demiral (Juventus Turin) und Caglar Söyüncü (Leicester). Immerhin 15 Spieler des türkischen 26-Mann-Kaders verdienen in England, Italien, Deutschland, Spanien oder in den Niederlanden ihr Gehalt. Darunter auch Mert Müldür. Der gebürtige Wiener (22) ging 2019 von Rapid zu Sassuolo. Die Türkei hat gegen Italien in zehn Duellen bei sieben Niederlagen noch nie gewonnen. Günes’ Vorgänger Fatih Terim traut dem Außenseiter dennoch alles zu. „Ich wäre nicht überrascht, die Türkei im Wembley zu sehen.“


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