Hoffen auf die deutschen Gäste nach Ende der Grenzkontrollen

Einem erfolgreichen Sommertourismus stehe nichts mehr im Wege, meinen Kanzler und Landeshauptleute. Platter freut sich über das Ende der Grenzkontrollen für Tiroler.

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Letzten Sommer kamen knapp vier Millionen Gäste nach Tirol. Vorarlbergs LH Wallner kritisiert das sture Starren auf Inzidenzwerte.
© Böhm

Berlin, Wien – Die deutsche Regierung nimmt wegen sinkender Corona-Infektionszahlen ganz Österreich ab Sonntag von der Liste der Risikogebiete. Auch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg gelten nicht mehr als Risikogebiet, teilte das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Seit 1. November befand sich das gesamte Bundesgebiet, mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal, auf der Roten Liste des RKI. Seit 6. Juni waren es nur noch Tirol und Vorarlberg.

📽 Video | Tirol für Deutschland nicht mehr Risikogebiet

Bundeskanzler Sebastian Kurz, LH Günther Platter und der Vorarlberger LH Markus Wallner (alle ÖVP) zeigten sich erfreut. „Es sind sehr gute Nachrichten“, sagte Kurz in einer Stellungnahme. „Das ist ein weiterer Beweis für die gute Situation in unserem Land“, verwies Kurz auf die Strategie mit massenhaften Tests, regionalem Vorgehen und der FFP2-Maske. Er sei „zuversichtlich, dass mit dem rasch vorangehenden Impffortschritt der Rückkehr zur Normalität im Sommer absolut nichts im Weg steht. Die Entscheidung der deutschen Regierung ist ein wichtiges Signal für die bevorstehende Sommersaison im Tourismus. Es ist besonders schön, dass wir im Sommer viele deutsche Gäste bei uns begrüßen werden“, sagte Kurz.

Platter sieht „wesentliche Erleichterungen“

„Dass Deutschland bekannt gegeben hat, Tirol ab Sonntag von der Roten Liste zu streichen, ist eine sehr gute Nachricht, auch für den Tourismus in unserem Land“, sagt Platter, dessen Bundesland bereits länger, nämlich seit dem 25. September, auf der Risikoliste stand. Diese Entscheidung sei der erfreulichen Entwicklung bei den Neuinfektionen in Tirol zu verdanken. Das Land weise seit einigen Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz deutlich unter 50 aus. „Es freut mich, dass Tirol mit Sonntag erstmals seit 25. September 2020 nicht mehr als Risikogebiet eingestuft ist, womit auch wesentliche Erleichterungen für alle Tirolerinnen und Tiroler – im besonderen Maße aber für jene im tirolerisch-bayerischen Grenzgebiet – einhergehen“, erklärte Platter. Das zwischenzeitlich mit der Einstufung als Virusvariantengebiet verbundene Einreiseverbot für Tirol hatte für viel Unmut gesorgt.

Vorarlbergs Landeshauptmann Wallner bezeichnete die Entscheidung als „gute Nachricht für den Vorarlberger Tourismus zur richtigen Zeit“. Der Schritt sei überfällig gewesen. Eine Neubewertung Vorarlbergs wäre für ihn deutlich früher möglich gewesen, wenn nicht stur an den Inzidenzen festgehalten worden wäre. Nur starr auf diese Zahl zu blicken, greife für eine fundierte Risiko-Beurteilung zu kurz, so Wallner, und plädierte für eine „Gesamtbeurteilung“.

3G-Regel für Einreisende aus Deutschland

Jeder, der aus Tirol und Vorarlberg auf dem Landweg nach Deutschland einreist, muss künftig keinerlei Corona-bedingte Einreisebeschränkungen mehr beachten. Wer aber umgekehrt aus Deutschland nach Österreich kommt, muss weiterhin einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorweisen. Ausgenommen davon sind Menschen, die geimpft und genesen sind.

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die deutsche Regierung außerdem Teile Griechenlands, Kroatiens und der Schweiz von der Liste der Risikogebiete. Auch die Urlaubsinseln Madeira in Portugal und Zypern sowie zwölf weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa, Asien und Nordamerika werden von der Risikoliste gestrichen, darunter die USA und Kanada.

„Nach langen Monaten des Lockdowns dürfen wir uns auf mehr Normalität freuen, das gilt auch für das Reisen“, erklärte der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Die deutsche Regierung rät ab 1. Juli auch nicht mehr generell von touristischen Reisen ins Ausland ab. Das Außenministerium verweist allerdings darauf, dass „um besondere Vorsicht gebeten“ werde, und warnt vor Mutationen wie der indischen Variante. (APA, TT)


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