Lehrstellenüberschuss bereitet Sorgen

Wirtschafts- und Arbeitsministerium wollen Image der Lehre verbessern und werben für Lehre nach der Matura. AMS-Tool hilft bei Lehrstellensuche.

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Über die Lebenszeit gerechnet könne das Einkommen in Lehrberufen durchaus mit jenem eines Akademikers mithalten, so die Minister.
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Wien – Der Konjunkturaufschwung macht sich auch am Lehrstellenmarkt bemerkbar. „Das Lehrstellenangebot hat sich zum Vorjahr deutlich gebessert“, sagte gestern Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) bei einer Pressekonferenz. Aktuell sind demnach rund 6400 Lehrplätze offen, zur gleichen Zeit des Vorjahres waren es vor allem wegen der starken Verunsicherung in der Corona-Krise mit rund 4600 fast ein Drittel weniger.

Deshalb und aufgrund der Prognose von 500.000 fehlenden Fachkräften im Jahr 2030 haben gestern Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Kocher die Werbetrommel für die Lehre gerührt. Diese habe sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt und sei auch von den Gehaltsmöglichkeiten durchaus so attraktiv wie ein Studium. Und auch Lehre und Matura sei kein Widerspruch mehr, schließlich gebe es mit der „dualen Akademie“ und der Lehre mit Matura hier gute Kombinationsmöglichkeiten. In Deutschland sei dieser Bildungsweg weitaus üblicher.

In Österreich gebe es mehr als 300 verschiedene Lehrberufe. Schramböck kündigte drei neue Lehrberufspakete mit 25 neuen Berufsbildern an, wie etwa dem der Metalltechnik.

Um die Lehrstellensuche für junge Menschen zu vereinfachen, hat das AMS zudem ein neues Online-Tool entwickelt, das die Berufsinteressen mit offenen Lehrstellen verknüpft.

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Kritik an der Lehrlingspolitik der Regierung kam heute umgehend von der FPÖ. „Zu spät, zu wenig und zu inhaltslos sind die Vorschläge der ÖVP-Ministerin, die über Ausbildungspunkte und neue Berufsbilder nicht hinausreichen“, kommentierte FPÖ-Wirtschaftssprecher Erwin Angerer die heutige Pressekonferenz. (ecke)


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