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TT-Analyse: Die neue Erzählung von Gut und Böse im Weltentheater

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US-Präsident Joe Biden.
© NICHOLAS KAMM

Von Christian Jentsch

Amerika ist zurück: Nachdem Donald Trump mit der Abrissbirne durch das Weltgeschehen polterte, die transatlantische Partnerschaft in Frage stellte, dem Multilateralismus abschwor und die Fundamente der liberalen westlichen Weltordnung nach Kräften untergrub, ist unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden nun wieder alles anders. „Amerika ist zurück“, gibt Biden als neues Mantra der US-Außenpolitik vor. Und Europa jubelt. Die USA sind zurück als globale Führungsmacht eines wiedererstarkten vereinigten Westens. Zurück ist auch die Moral, wobei die Rollenverteilung klar ist: Der Westen muss sich gegen ein autoritäres Russland und ein menschenrechtsverachtendes China wehren, das die Weltherrschaft an sich reißen will. Endlich gibt es also wieder ein klar definiertes Gut und Böse als Metaerzählung. Der bluttriefende Krieg in Syrien, wo Freund und Feind längst nicht mehr so klar zu unterscheiden sind, und das totale Scheitern in Afghanistan scheinen abgehakt.


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