Das bringt der Montag bei der EURO: Mitfavorit Spanien auf dem Prüfstand

Nach dem Corona-Chaos in der Vorbereitung will sich Spanien gegen Schweden den Frust von der Seele schießen. Geheimfavorit Polen bekommt es mit der Slowakei zu tun. Schottland und Tschechien treffen im Außenseiter-Duell der Gruppe D aufeinander.

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Trotz Corona-Chaos in der Vorbereitung gut gelaunt: Spaniens Teamchef Luis Enrique.
© AFP

⚽ EM-Gruppe D: Schottland - Tschechien 15.00 Uhr

Mit einer richtungsweisenden Partie kehrt Schottland nach einem Vierteljahrhundert auf die EM-Bühne zurück. Im ersten EM-Match seit 1996 empfangen die Schotten heute in Glasgow Tschechien. Mit Blick auf die weiteren Gegner England und Vize-Weltmeister Kroatien darf sich nach dem Auftaktspiel der Gruppe D wohl nur der Sieger realistische Chancen auf den Aufstieg ausrechnen. „Wir sind hungrig, Legenden zu werden“, sagte Mittelfeldstar John McGin­n von Aston Villa.

Trainer Steve Clarke führte die Schotten über das Play-off zur Endrunde. Die mit 482 Länderspielen unerfahrenste Mannschaft der EM hat jedenfalls gute Erinnerungen an die Tschechen. Im Herbst des Vorjahres gewannen die Schotten mit 2:1 und 1:0 beide Duelle in der Nations League.

Tschechien kann ganz im Gegensatz zum Gegner viel Erfahrung in die Waagschal­e werfen. Seit der Trennung von der Slowakei (1993) hat das Land an jeder EM-Endrunde teilgenommen. Echt­e Stars sucht man im Kader der Tschechen vergeblich. Mit dem 26-jährigen Tomas Soucek kann man sich im defensiven Mittelfeld aber auf einen vielseitigen Routinier stützen, der bei West Ham in der Premier League in der abgelaufenen Saison keine Minute verpasste.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Schottland - Tschechien

  • Glasgow, Hampden Park, SR Daniel Siebert/GER)
  • Schottland: 1 Marshall - 24 Hendry, 5 Hanley, 6 Tierney - 2 O'Donnell, 4 McTominay, 8 McGregor, 7 McGinn, 3 Robertson - 9 Dykes, 10 Adams
  • Tschechien: 1 Vaclik - 5 Coufal, 3 Celustka, 6 Kalas, 18 Boril - 15 Soucek, 7 Barak - 12 Masopust, 8 Darida, 14 Jankto - 10 Schick

⚽ EM-Gruppe E: Polen - Slowakei 18.00 Uhr

Robert Lewandowski ist bei der polnischen Nationalmannschaft nicht nur Kapitän, Superstar und Rekordspieler. Der Weltfußballer des FC Bayern München ist auch der Chef. Er ist quasi die polnische Nationalmannschaft. Diese Erfahrung musste im Jänner auch Jerzy Brzeczek machen. Der Ex-FC-Tirol-Profi war bis dahin Nationaltrainer Polens. Und er war durchaus erfolgreich. Doch dann wurde er plötzlich entlassen. Warum?

Weltfußballer Robert Lewandowski greift ins EM-Geschehen ein.
© JANEK SKARZYNSKI

Die meisten Experten vermuten, dass es mit der im September 2020 erschienenen Biographie Brzeczeks mit dem Titel „Im Spiel“ zu tun hatte. Dort hatte er davon berichtet, dass Lewandowski „schwierig“ sei. Brzeczek verweigerte dem uneingeschränkten Superstar einen Sonderstatus. Wodurch er bei Verbandschef Zbigniew Boniek, vor Lewandowski wohl Polens größter Fußballer, aneckte und damit war die Ära Brzeczek als Teamchef auch schon Geschichte.

Natürlich ist Lewandowski auch die große Hoffnung der Polen bei dieser EM, in die sie heute gegen die Slowakei einsteigen. Das Problem: Er ist quasi die einzige. Und mit einem Team, aus dem kein weiterer Feldspieler bei einem internationalen Topclub unter Vertrag steht, stößt auch ein Weltfußballer an seine natürlichen Grenzen.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Polen - Slowakei

  • St. Petersburg Stadion, SR Ovidiu Hategan/ROU)
  • Polen: 1 Szczesny - 4 Kedziora, 5 Bednarek, 15 Glik, 18 Bereszynski - 19 Frankowski, 14 Klich, 20 Zielinski, 10 Krychowiak - 21 Jozwiak, 9 Lewandowski
  • Slowakei: 1 Dubravka - 2 Pekarik, 5 Satka, 14 Srkiniar, 15 Hubocan - 19 Kucka, 25 Hromada - 8 Duda, 17 Hamsik, 20 Mak - 26 Schranz

⚽ EM-Gruppe E: Spanien - Schweden 21.00 Uhr

Trotz turbulenter Vorbereitung und des Ausfalls von gleich zwei Kapitänen startet Spanien heute als großer Favorit der Grupp­e E in die Fußball-Europameisterschaft. Der dreifache Europameister empfängt im Estadi­o La Cartuja von Sevilla Schweden. Die Mannschaft von Luis Enrique ist ohne Niederlage durch die Quali marschiert und peilt den vierten EM-Titel nach 1964, 2008 und 2012 an.

Enrique hat sich mit einem Kader ohne Spieler von Real Madrid Kritik aus der Hauptstadt zugezogen. Als letzter Real-Star fiel Kapitän Sergio Ramos, der nicht rechtzeitig ganz fit wurde, aus dem Kader. Doch davon will sich die „Furia Roja“ nicht bremsen lassen. Nach der großen Ära mit den EM-Erfolgen 2008 und 2012 sowie dem WM-Titel 2010 ist bei der EURO 2020 eine ganz neue Generation am Werk, der Enrique ähnliche Erfolge zutraut: „Keine Zweifel, wir haben die Chanc­e, alles zu erreichen.“

Schweden hegt nach zuletzt fünf Siegen in Folge Hoffnungen, in der Gruppe mit den weiteren Gegnern Polen und Slowakei erstmals seit 2004 wieder den Aufstieg zu schaffen. „Wir sind keine Favoriten, aber ich hoffe, dass wir die Spanier ärgern können“, sagte Emil Forsberg, einer der Führungsspieler nach dem EM-Aus von Zlatan Ibrahimovic.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Spanien - Schweden

  • Sevilla, La Cartuja, SR Slavko Vincic/SLO)
  • Spanien: 23 Unai - 2 Azpilicueta, 24 Laporte, 4 Pau Torres, 18 Alba - 5 M. Llorente, 16 Rodri, 17 Fabian Ruiz - 11 Ferran Torres, 9 G. Moreno, 7 Morata
  • Schweden: 1 Olsen - 2 Lustig, 4 Granqvist, 3 Lindelöf, 5 Bengtsson - 7 S. Larsson, 8 Ekdal, 10 Forsberg, 20 Olsson - 22 Quaison, 9 Berg

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