Trinkwasser ist der Schatz der Lienzer

Ein Grundwassersee unter dem Talboden dient als Trinkwasser-Notversorgung. Auch der Strom für die Pumpen kann erzeugt werden.

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Der Lienzer Wassermeister Michael Trojer überließ der Bürgermeisterin Elisabeth Blanik das Starten des Testbetriebes.
© Blassnig

Von Christoph Blasssnig

Lienz – Die Stadt Lienz sitzt auf einem Schatz. Unter dem gesamten Talboden sammelt sich in wenigen Dutzend Metern Wasser aus den beiden Osttiroler Haupttälern in einem riesigen, natürlichen Grundwasserspeicher. Zusätzlich zu zwei Hochbehältern, die in Bannberg und am Hochstein das benötigte Trinkwasser fassen, kann die gesamte Stadt daher im Bedarfsfall auch vollständig über einen Tiefbrunnen versorgt werden, der vor 16 Jahren unter der Bürgermeisterin Helga Machne neu errichtet worden ist. Um die Wasserversorgung auch im Katastrophenfall gewährleisten zu können, hat der Katastrophenschutz die Installation eines eigenen Notstromerzeugers veranlasst, der nun offiziell in Betrieb genommen wurde.

„Ein Stromausfall im Talboden nach massiven Unwettern im November 2019 hat die Verletzlichkeit unserer Infrastruktur aufgezeigt“, erklärte der zuständige Lienzer Vizebürgermeister Siegfried Schatz bei der Inbetriebnahme. Auch das Lienzer Rathaus wurde inzwischen mit einem Notstromaggregat ausgestattet.

„Nicht nur unsere Stadt ist sicher, wir können auch anderen Gemeinden wie Nußdorf-Debant oder bald auch Tristach im Notfall aushelfen“, zeigte sich Bürgermeisterin Elisabeth Blanik stolz. Einmal pro Woche simuliert das Städtische Wasserwerk inzwischen einen Stromausfall, um die Anlage ständig einsatzbereit zu halten. Der Gasgenerator mit einer Leistung von 120 Kilowatt läuft dann selbstständig an und betreibt für 20 Minuten eine der beiden Tiefbrunnenpumpen im Wechsel. Ein unterirdischer Tank enthält einen Gasvorrat für sieben Tage. Das heimische Wartungsunternehmen kann dank eines eigenen Gaslagers die Versorgung für mehrere Monate dauerhaft sicherstellen.

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