Pfeifer sägt auf Hochtouren: „Produzieren am Anschlag“

„Do-it-yourself“, Hamsterkäufe, Holzbau-Boom: Die Tiroler Holzgruppe Pfeifer fährt mit Vollgas. In Innsbruck ist ein „Innovation Hub“ geplant.

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Mit der Nachfrage nach Holzbauten legten zuletzt auch die Holzpreise spürbar zu.
© Pfeifer Group

Imst – „Wir produzieren am Anschlag“, betont die Oberländer Holzgruppe Pfeifer mit Sitz in Imst. Seit Jahresbeginn stöhnt die Baubranche unter Materialmangel und lechzt unter anderem nach Holzprodukten. In der Folge zogen auch die Baupreise an. Nach aktuellen Zahlen der Statistik Austria stiegen die Kosten im Wohnhaus- und Siedlungsbau im Mai gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent. Allein gegenüber dem Vormonat April gingen die Preise um 3,6 Prozent in die Höhe.

Auch für die Holzgruppe Pfeifer ist das eine neue Situation. Schließlich waren Verfügbarkeit, Lieferzeit und Preis über die letzten 10 bis 15 Jahre immer stabil und somit einfach kalkulierbar, schildert Geschäftsführer Michael Pfeifer. Er sieht mehrere Gründe für die angespannte Situation am Holzmarkt. „Der Export wird zu Unrecht als Preistreiber und Krisenbefeuerer gescholten“, sagt Pfeifer. „Weitaus mehr Auswirkungen auf die Verknappung von Bauholz haben die sprunghaft gestiegene Nachfrage im Do-it-yourself-Bereich, die Hamsterkäufe einiger Betriebe sowie der generell steigende Marktanteil des Holzbaus in Europa.“ Auch der Borkenkäfer, der für Ernteausfälle in Kanada sorgt und somit den Nachschub in die bauboomenden USA unterbricht, sei ein Rädchen im global vernetzten Gefüge.

Vor diesem Hintergrund laufe die Produktion bei Pfeifer auf Hochtouren. „Unsere Produktionen in Imst laufen Tag und Nacht. Die Holzversorgung ist dank eigener Sägewerke sichergestellt. Aufgrund der extrem hohen Nachfrage kommt es dennoch zu etwas längeren Lieferzeiten als gewohnt“, so Pfeifer.

Der Imster Gründungsort der Pfeifer Group, die inzwischen rund 2000 Mitarbeiter an insgesamt acht Standorten in Imst, Kundl, Deutschland und Tschechien umfasst, bleibe das Herzstück des Unternehmens. So wurde unlängst 2020/21 im Imster Brettschichtholz-Werk für knapp 6 Mio. Euro die Keilzinkung ausgetauscht. Auch das Massivholzplattenwerk werde derzeit erweitert. Bereits im Vorjahr setzte Pfeifer in der Industriezone Imst sein neues Logistikzentrum um und bezog das neu errichtete Bürogebäude (6 Mio. Euro Investition) mit 40 Büros. Mit rund 590 ganzjährig Beschäftigten sei Pfeifer der größte Arbeitgeber im Bezirk Imst. „Nächster Meilenstein ist ein ,Innovation Hub‘ mit Sitz in Innsbruck“, kündigt Pfeifer an. Dort sollen konzernweit Innovationspotenziale aufgespürt, bewertet und umgesetzt werden. (mas, TT)


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