Auf „Lupos“ Spuren nach Tokio

Sechs Judokas, darunter die Tirolerin Bernadette Graf, schickt Österreich zu Olympia. Nationaltrainerin Yvonne Bönisch sieht ihr Team für große Aufgaben gerüstet.

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Die Tulferin Bernadette Graf stimmte sich mit einem Selfie mit Judo-Co-Trainer Hitoshi Kubo auf die Sommerspiele in Japan ein.
© gepa/Brem

Wien – „Ich muss als Präsident keine Vorgaben machen. Alle sind motiviert und haben dieses große Ziel vor Augen.“ Für Österreichs Judo-Boss Martin Poiger ist rund einen Monat vor Abreise zu den Olympischen Spielen in Tokio alles auf Schiene. Gestern stellte der Verband bei einer Pressekonferenz in Wien die sechs ÖJV-Athleten (vier Damen, zwei Herren) für Japan vor. Geht es nach Poiger, sollen sie in die Fußstapfen von Ludwig „Lupo“ Paischer treten, der 2008 in Peking mit Olympia-Silber glänzte.

Nach WM-Bronze vergangene Woche in Budapest durch Michaela Polleres (bis 70 kg) wollen die Österreicher mit einem „gelösten Gefühl“ zu den Spielen fahren. Zuvor stehen noch zwei internationale Trainingslager in der Slowakei und Kroatien an. Den Feinschliff vor dem Abflug (16. Juli) holen sich Sabrina Filzmoser (vierte Olympia-Teilnahme!) und Co. im Bundesstützpunkt Linz. Große Tiroler Hoffnung ist natürlich Bernadette Graf (bis 78 kg). Nationaltrainerin Yvonne Bönisch, die seit einem halben Jahr die Richtung vorgibt, sieht enormes Potenzial in der fünffachen EM-Medaillengewinnerin und sieht Österreich mit sechs Athleten, das ist ein Teilnehmer mehr als in Rio, gut aufgestellt. „Berni hat es in den vergangenen Monaten nicht leicht gehabt. Es gab harte Tage, viele Verletzungen und Corona hat sie auch noch erwischt“, sagte die Trainerin. Mit EM-Bronze im April konnte sie wieder aufzeigen, die WM (Out in Runde zwei) indes verlief enttäuschend.

„Der Fokus ist ganz auf die Spiele ausgerichtet“, erklärte die Tulferin Graf beim Pressegespräch in Wien „Ich freue mich auf die Trainingscamps und bin gespannt, mit welchen Gegnerinnen ich mich messen werde. “

Insgesamt 130 Nationen treten im Judo-Mutterland Japan (ab 26. Juli) auf die Matte. Polleres ist als Fünfte der Weltrangliste als einzige Österreicherin gesetzt.

🥋 Aufgebot für die Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August):

  • Frauen: Sabrina Filzmoser (bis 57 kg/41 Jahre/vierte Olympia-Teilnahme); Magdalena Krssakova (bis 63 kg/27 Jahre); Michaela Polleres (bis 70 kg/23 Jahre); Bernadette Graf (bis 78 kg/28 Jahre);
  • Männer: Shamil Borchashvili (bis 81 kg/26 Jahre); Stephan Hegyi (über 100 kg/22 Jahre).

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