Tourismus fehlt nach monatelangen Lockdowns das Personal

Im Tourismus fehlt es an Fachkräften, aber auch an Hilfspersonal. Ein Viertel der Beschäftigten ist laut WK weg.

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Wien, Innsbruck – Nach monatelangen Lockdowns mangelt es im Tourismus nun an allen Ecken und Enden massiv an Personal, erklärte die WKÖ-Branchensprecherin Susanne Kraus-Winkler gestern auf einer Pressekonferenz. Rund ein Viertel der Beschäftigten sei weg. „Die Arbeitslosen sowie grob geschätzt 5 bis 10 % der Mitarbeiter in Kurzarbeit springen ab, wenn diese beendet wird“, so Kraus-Winkler. Das impliziert 50.000 bis 55.000 offene Stellen in der Branche. Hotellerie und Gastro beschäftigen österreichweit rund 220.000 Mitarbeiter. Geschätzt 55 % waren Kraus-Winkler zufolge in Kurzarbeit, rund 28 % waren in der Arbeitslosen und nur etwa 16 % wurden voll weiterbeschäftigt.

Nicht so genau festlegen will sich Thomas Geiger, Fachgruppen-Geschäftsführer der WK Tirol. Wie viele der Branche den Rücken gekehrt haben, könne man derzeit noch nicht beziffern. „Fakt ist aber, dass auch der Tiroler Tourismus ob der langen Schließzeit Mitarbeiter an andere Branchen verloren hat“ so Geiger auf Anfrage der . Der Geschäftsgang sei aktuell höchst unterschiedlich. Von Betrieben, die bereits wieder ein gutes Geschäft haben, bis zu Betrieben, die saisonal bedingt noch zu sind, sei alles dabei.

Fakt ist, dass der Tiroler Tourismus ob der langen Schließzeit Mitarbeiter an andere Branchen verloren hat.
Thomas Geiger (Wirtschaftskammer Tirol)

In Tirol sind derzeit 8222 Personen aus Beherbergung und Gastronomie arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig gibt es 1623 gemeldete offene Stellen. „Mit Qualifizierungsmaßnahmen haben wir mit dem AMS eng kooperiert und versuchen gerade Arbeitslose in der Branche zu halten“, erklärt Geiger. Denn eines sei klar, ohne ausreichend Mitarbeiter könne das „Produkt Tourismus“ nicht im vollen Umfang angeboten werden und es komme zu Angebotseinschränkungen, was auch einen großen Schaden für die Wertschöpfung des Landes bedeute.

Dem Arbeitskräftemangel in der Branche will die WK mit ihrer Kampagne „Tourismus – besser als du denkst“, die am Montag vorgestellt wurde, begegnen. „Langfristig benötigt die Tourismuswirtschaft eine Strategie, möglichst viele Menschen beschäftigen zu können“, betont Geiger. Von attraktiven Arbeitsplätzen für Einheimische in der Region über Angebote für Arbeitslose bis hin zu einer bedarfsangepassten Beschäftigung von Mitarbeitern aus dem Ausland müssen in dieser Strategie enthalten sein. (hu)

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