Impfung hat bisher 126 Corona-Tote in Tirol verhindert

Gesundheitsminister veröffentlichte Modellberechnung. Land appelliert, Impftermine unbedingt wahrzunehmen.

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Die Impftermine sollten unbedingt wahrgenommen werden.
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Von Peter Nindler

Innsbruck – Aufgrund der limitierten Anzahl an Impfdosen in den ersten Monaten des Jahres ist der Impffortschritt laut Gesundheitsministerium in einer Beantwortung einer Anfrage von NEOS-NR Gerald Loacker bis Ende April 2021 gebremst verlaufen. Ab etwa Mitte Mai habe er sich aufgrund der höheren Verfügbarkeit von Impfstoffen deutlich beschleunigt. Die aktuelle Modellkalibrierung des Ministeriums auf Grundlage des bisherigen Impffortschritts und der bereits natürlich erworbenen Immunität durch Genesung nach einer Corona-Erkrankung zeigt deutlich positive Auswirkungen auf die Zahl der Todesfälle, Hospitalisierungen und Intensivpatienten.

Ohne die Impfung hätte es österreichweit im Februar, März und April 1809 Todesfälle mehr gegeben. Mehr als vier von zehn Todesfällen konnten demnach verhindert werden, ebenso jede dritte Hospitalisierung (3888) und jede dritte Behandlung auf einer Intensivstation (1755).

In Tirol wurden nach dieser Berechnung im entsprechenden Zeitraum 126 Corona-Todesopfer vermieden, der Impfeffekt verringerte die Zahl um 61 Prozent. In besagten Monaten erhielten neben den Risikogruppen Personen über 65 Jahre eine Impfung. Insgesamt geht das Gesundheitsministerium für Tirol davon aus, dass bei 251 Menschen dadurch auch eine Spitalsbehandlung abgewendet wurde und darüber hinaus 123 intensivmedizinische Versorgungen weniger notwendig waren.

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In Tirol sind seit Beginn der Pandemie 633 Todesopfer zu beklagen, mehr als 10.600 in Österreich. Gerald Loacker drängt deshalb auf ein höheres Impftempo. „Es muss jetzt alles getan werden, damit wir zumindest über 70 Prozent Durchimpfung kommen und für den Herbst gerüstet sind.“

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In Tirol hofft man in den nächsten Wochen wieder auf mehr Impfdosen. Die derzeitigen Lieferungen des Bundes erfolgen leicht verzögert, nach wie vor gibt es mehr impfbereite Personen, als Impfdosen zur Verfügung stehen.

Appell an Tiroler, Impftermine wahrzunehmen

Zum anderen appelliert Gesundheitsreferentin LR Annette Leja (ÖVP) an die Bevölkerung, die vorgeschlagenen Impftermine wahrzunehmen, sofern keine triftigen Gründe dagegensprechen, wie eine Erkrankung. Derzeit ist nämlich zu beobachten, dass es in Tirol auch zu Absagen von vorgeschlagenen Impfterminen kommt. „Je früher eine Immunisierung durchgeführt wird, desto besser sind die Tirolerinnen und Tiroler auch gegen das Coronavirus und mögliche Virusvarianten geschützt. Unser klares Ziel ist und bleibt es, dass sich so viele Menschen wie möglich in Tirol impfen lassen, um die Krise dauerhaft überwinden zu können.“

Unser klares Ziel ist und bleibt es, dass sich so viele Menschen wie möglich in Tirol impfen lassen.
Annette Leja/VP (Gesundheitslandesrätin)

Bei einer Termineinladung über www.tirolimpft.at müssen bei Zweifachimpfstoffen beide Termine angenommen oder abgelehnt werden. Sollte man an einem der beiden vorgeschlagenen Impftermine verhindert sein, so muss der gesamte Terminvorschlag abgelehnt werden.

Die Entwicklung der Corona-Infektionen zeigt weiter nach unten. Gestern Abend meldete das Land mit aktuell 276 Corona-Positiven weniger als 300 Fälle. Alle neun Bezirke lagen unter 100 Infizierten. Erstmals seit Monaten auch die Landeshauptstadt Innsbruck.


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