Das bringt der Donnerstag bei der EURO: ÖFB-Schlager und Dänen-Rückkehr

Ohne den gesperrten Marko Arnautovic muss Österreich heute in Amsterdam gegen die Niederlande ran (21 Uhr). Im zweiten Spiel der Gruppe C treffen die Auftaktverlierer Ukraine und Nordmazedonien (15 Uhr) aufeinander. Nach dem Eriksen-Drama kommt es für die Dänen zu einer emotionalen Rückkehr ins Stadion von Kopenhagen, die dort die Belgier (18 Uhr) fordern.

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Auf die dänischen Spieler warten wohl emotionale Momente, wenn sie ins Stadion von Kopenhagen zurückkehren.
© JONATHAN NACKSTRAND

⚽ EM-Gruppe C: Ukraine - Nordmazedonien 15.00 Uhr

In der Österreich-Gruppe C steht das Duell der Enttäuschten an. Nach Niederlagen gegen Niederlande und Österreich fühlen die Ukraine und Nordmazedonien gleichermaßen Erfolgsdruck, die Erwartungshaltung bei den damals aus Topf eins gezogenen Ukrainern ist freilich eine größere. Teamchef Andrij Schewtschenko forderte, die späte 2:3-Niederlage von Amsterdam abzuschütteln, war aber unsicher, wie seine Kicker das rasante Tempo der Auftaktpartie samt Aufholjagd weggesteckt haben.

"Viele meiner Spieler waren nach der Partie wie leere Fässer. Wir werden sehen, wie viele von ihnen sich vollständig erholt haben", sagte Schwetschenko gegenüber ukrainischen Medien. Sein Team hatte sich nach einem 0:2 durch Tore von Andrij Jarmolenko und Roman Jaremtschuk zurückgekämpft, fünf Minuten später aber den endgültigen K.o.-Schlag kassiert. Es war die erste Niederlage im siebenten Spiel in diesem Jahr.

Österreichs 3:1-Erfolg wurde vom ehemaligen Stürmerstar auf mögliche Schablonen analysiert. "Wir werden uns alles abschauen, was die Österreicher richtig gemacht haben", sagte Schewtschenko. "Wir haben noch zwei Spiele vor uns und müssen jede Chance nutzen." Belgien-Legionär Jaremtschuk von KAA Gent warnte vor Überheblichkeit: "Natürlich hat Nordmazedonien keine Spieler wie Depay, De Jong oder Wijnaldum, aber sie haben einen guten Teamspirit, das fühle ich."

Anders als beim 2:3 am Sonntag in Amsterdam gegen die Niederlande werden am Donnerstag in Bukarest (15.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) auch etliche ukrainische Anhänger erwartet. Die Pflichtspiel-Bilanz spricht für die Gelb-Blauen: In der Qualifikation für die EM 2016 hat sich die Ukraine zweimal ohne Gegentor durchgesetzt (1:0, 2:0).

Nordmazedoniens nun auch in Österreich bestens bekannter Flügelspieler Ezgjan Alioski betonte, dass beide Teams nach ihren Niederlagen unter Zugzwang stehen. "Das Spiel gegen die Ukraine ist wie ein Cupfinale, der Sieg ist für beide ein Muss", sagte der Profi von Leeds United.

Die Ukraine sei der klare Favorit. "Sie sind eine großartige Offensivmannschaft voller hochkarätiger Spieler, und es bedarf einer taktisch soliden Defensive, um sie auszubremsen", sagte Alioski. Stürmer Aleksandar Trajkovski hat noch Jubelszenen im eigenen Land vor Augen. "Dieses Team wird niemals aufgeben. Wir wollen die Gruppe überstehen und all unsere Fans in der Heimat so stolz machen, dass sie uns auf der Straße feiern."

📊 Mögliche Aufstellungen bei Ukraine - Nordmazedonien

  • Bukarest, National Arena, SR Rapallini/ARG
  • Ukraine: 1 Buschtschan - 21 Karawajew, 13 Sabarnyj, 22 Matwijenko, 16 Mykolenko - 8 Malinowskyj, 14 Makarenko, 17 Sintschenko - 7 Jarmolenko, 9 Jaremtschuk, 11 Marlos
  • Nordmazedonien: 1 Dimitrievski - 13. S. Ristovski, 14 Velkovski, 6 Musliu - 16 Nikolov, 5 Ademi, 17 Bardhi, 8 Alioski - 21 Elmas, 10 Pandev, 9 Trajkovski

⚽ EM-Gruppe B: Dänemark - Belgien 18.00 Uhr

Dänemark steht ein emotionaler Fußball-Abend bevor. Fünf Tage nach dem Zusammenbruch ihres besten Spielers Christian Eriksen tritt die dänische Nationalmannschaft im EM-Spiel gegen Belgien am Donnerstag (18.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) zum ersten Mal wieder am Ort dieses Dramas an. Mit dieser Mannschaft fühlt nach all den Szenen der Verzweiflung, des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung am vergangenen Samstag ein ganzes Land mit.

Und sie wird in Kopenhagen ein Stadion betreten, in das ausgerechnet zu dieser Partie wieder 25.000 statt der zu Turnierbeginn noch geplanten 15.900 Zuschauer hereingelassen werden. "Ich weiß, dass Dänemark in allen schwierigen Situationen zusammenhält", sagte Stürmer Martin Braithwaite. "Und ich habe keine Zweifel, dass es am Donnerstag etwas Besonderes wird. Es wird eine wahnsinnige Unterstützung geben, sie wird uns Spielern helfen."

Der Angreifer des FC Barcelona hatte Tränen in den Augen, als er Sätze wie diese im EM-Quartier des dänischen Teams in Helsingör sagte. Das zeigt genau den "emotionalen Kampf", von dem auch sein Trainer Kasper Hjulmand sprach: Auf der einen Seite noch immer die Bilder von Eriksens Wiederbelebung verarbeiten zu müssen. Und auf der anderen Seite ein wichtiges EM-Spiel zu bestreiten, bei dem es nicht nur um so etwas wie die Rückkehr in ein normales Fußballer-Leben geht, sondern auch noch um die Chancen, nicht schon frühzeitig bei diesem Turnier auszuscheiden.

Dass sich Eriksen mittlerweile mit einem Lächeln aus dem Krankenhaus gemeldet und sich quasi zum ersten Fan seines Teams erklärt hat ("Jetzt werde ich bei den nächsten Spielen mit den Jungs des dänischen Teams jubeln. Spielt alle für Dänemark!"), hilft den Dänen ungemein. "Christian ist hier und es hätte auch viel schlimmer enden können", sagte Torwart Kasper Schmeichel. "Wir wollen am Donnerstag rausgehen und etwas Außergewöhnliches für Christian leisten. Daraus können wir auch etwas Motivierendes und Positives ziehen." Hjulmand kann auch im Spital auf Eriksen zählen. "Das Krankenhaus ist in der Nähe des Parken Stadions, wahrscheinlich wird er also auch den Lärm hören. Ich denke, er wird sein Nationaltrikot anziehen und sich das Spiel anschauen."

Schaut man sich nur die sportliche Ausgangslage an, ist die Situation der Dänen schon kompliziert genug. Sie haben ihr erstes Spiel gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner Finnland verloren (0:1) und müssen darauf nun gegen den definitiv schwersten Gruppengegner Belgien eine Antwort finden. Und das ohne ihren wichtigsten Spieler, der der 29 Jahre alte Eriksen nach vielen Saisonen bei Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur und Inter Mailand nun einmal ist.

"Niemand kann Christian ersetzen. Das ist unmöglich", sagte Hjulmand. "Christian ist das Herz unseres Teams. Den Rhythmus, den er uns normalerweise gibt, müssen wir jetzt anders finden", so der Teamchef. Er hatte jedem seiner Kicker zwar noch am Vortag freigestellt, auf einen Einsatz zu verzichten, falls er sich dazu noch nicht in der Lage sieht. Am Mittwoch sagte er jedoch: "Es sieht bei allen gut aus. Das Training gestern war wieder ein wichtiger Schritt. Wir haben ein starkes Team. Wir sind bereit für morgen."

Die Belgier wollen ihren starken Eindruck vom ersten Match (3:0 gegen Russland) bestätigen, personell sind aber einige Fragen offen. Nach dem Turnier-Aus für Timothy Castagne ist Thomas Meunier wohl von Beginn an dabei, Kapitän Eden Hazard soll immer mehr Minuten bekommen. Axel Witsel könnte nach seinem im Jänner erlittenen Achillessehnenriss in den Kader zurückkehren und auch zum Einsatz kommen. Und bei Schlüsselspieler Kevin De Bruyne wird ebenfalls eine zeitnahe Rückkehr ersehnt, nachdem er nach einem Crash im Finale der Champions League am Gesicht operiert worden war. De Bruyne trainiert seit Montag wieder mit dem Team und flog mit der Mannschaft nach Kopenhagen, ob er auch eingesetzt wird, ist offen.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Dänemark - Belgien

  • Kopenhagen, Parken Stadion, SR Kuipers/NED
  • Dänemark: 1 Schmeichel - 18 Wass, 4 Kjaer, 6 Christensen, 5 Maehle - 24 Jensen, 23 Höjbjerg, 8 Delaney - 11 Skov Olsen, 9 Braithwaite, 20 Poulsen
  • Belgien: 1 Courtois - 2 Alderweireld, 4 Boyata, 5 Vertonghen - 15 Meunier, 19 Dendoncker, 8 Tielemans, 16 T. Hazard - 14 Mertens, 9 Lukaku, 11 Carrasco

⚽ EM-Gruppe C: Niederlande - Österrerich 21.00 Uhr

Österreichs Nationalteam peilt am Donnerstag (21.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in Amsterdam auch ohne den gesperrten Marko Arnautovic sein zweites Erfolgserlebnis bei der Fußball-EM an. Die Österreicher gastieren beim Gruppenfavoriten Niederlande. Beide Teams haben ihre Auftaktspiele gewonnen - die Niederländer mit 3:2 gegen die Ukraine. Das ÖFB-Team geht nach einem 3:1 gegen Nordmazedonien als Tabellenführer in die Partie.

Arnautovic fehlt wegen einer Ein-Spiel-Sperre, die die UEFA wegen Beleidigung eines Gegenspielers im Auftaktspiel ausgesprochen hat. Gelingt den Österreichern auch ohne ihren Offensivstar in Amsterdam ein Punktgewinn, würde ihnen der Achtelfinal-Einzug nur noch theoretisch zu nehmen sein. Neben den beiden besten Teams jeder Gruppe kommen auch die vier besten von sechs Gruppendritten weiter. Österreich hat es bei einer Männer-EM bisher noch nie in die K.o.-Phase geschafft.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Niederlande - Österreich

  • Amsterdam, Johan Cruijff ArenA, SR Grinfeld/ISR
  • Niederlande: 1 Stekelenburg (Ajax Amsterdam/60 Länderspiele) - 22 Dumfries (PSV Eindhoven/20/1 Tor), 6 De Vrij (Inter Mailand/46/3), 3 De Ligt (Juventus Turin/27/2), 17 Blind (Ajax Amsterdam/79/2), 12 Van Aanholt (Crystal Palace/16/0) - 15 De Roon (Atalanta Bergamo/24/0), 8 Wijnaldum (Liverpool/76/23), 21 F. de Jong (FC Barcelona/28/1) - 19 Weghorst (Wolfsburg/7/2), 10 Depay (Olympique Lyon/65/26)
  • Österreich: 13 Bachmann (Watford/3) - 3 Dragovic (Bayer Leverkusen/91/2), 8 Alaba (Bayern München/82/14), 4 Hinteregger (Eintracht Frankfurt/56/4) - 21 Lainer (Mönchengladbach/30/2), 23 X. Schlager (Wolfsburg/21/1), 24 Laimer (RB Leipzig/10/1), 2 Ulmer (Red Bull Salzburg/25/0) - 9 Sabitzer (RB Leipzig/51/8) - 25 Kalajdzic (Stuttgart/8/3), 19 Baumgartner (Hoffenheim/11/3)

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