Boko Haram bestätigte Tod ihres Anführers

2009 wird Abubakar Shekau Chef von Boko Haram. Unter seiner Führung töten die islamistischen Terroristen rund 35.000 Menschen und zwingen Millionen zur Flucht. Immer wieder gibt es Gerüchte über eine Tötung von Shekau. Jetzt hat er sich wohl selbst das Leben genommen.

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Boko Haram-Führer Abubakar Shekau in einem Propagandavideo der Terrorgruppe (Archivbild).
© EPA/ picturedesk.com

Abuja – Die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram hat den Tod ihres Anführers Abubakar Shekau bestätigt. In einem der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch zugeleiteten Video sagte der mutmaßliche neue Boko-Haram-Chef Bakura Modu, Shekau sei als „Märtyrer" gestorben. Er warf der rivalisierenden Jihadistenmiliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (ISWAP) vor, Shekau getötet zu haben.

In dem kurzen Video präsentierte sich der auch unter dem Namen Sahaba bekannte Modu als neuer Anführer von Boko Haram. Das Video wurde AFP von einer Quelle aus dem Umfeld von Boko Haram zugeleitet.

ISWAP-Chef Abu Musab Al-Barnawi hatte bereits Anfang des Monats in einer der AFP zugeleiteten Audiobotschaft mitgeteilt, dass Shekau tot sei. Nach Darstellung Al-Barnawis beging Shekau auf der Flucht vor ISWAP-Kämpfern Suizid. Er habe sich bei Kämpfen in einem Wald im Bundesstaat Borno in die Luft gesprengt.

Shekau war selbst dem IS zu brutal

Der Anführer der Boko Haram sei ein „großer Unruhestifter, Verfolger und zerstörerischer Führer der Nation" gewesen, erklärte der Iswap-Chef damals. „Das war jemand, der unvorstellbaren Terrorismus und Gräueltaten begangen hat." Wegen seiner extremen Brutalität hatten sich selbst radikale Islamisten von Shekau, dessen genaues Alter nicht bekannt war, distanziert. Unter seiner Führung hatte Boko Haram auch 276 Schülerinnen in Chibok im Jahr 2014 entführt. Der Vorfall sorgte weltweit für Empörung.

ISWAP spaltete sich 2016 von Boko Haram ab. Die seither mit Boko Haram rivalisierende Gruppe kritisierte Shekau dafür, dass er muslimische Zivilisten angreifen ließ und Frauen als Suizid-Attentäterin einsetzte. Zu den Zielen von Boko Haram gehören die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung. Berichte über einen angeblichen Tod von Shekau hatte es immer wieder gegeben, zuletzt 2016, als Nigerias Armee erklärte, er sei bei einem Luftangriff gestorben. Boko Haram bestätigte die Berichte damals nicht. (APA/AFP)


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