Sambias Freiheitsheld Kenneth Kaunda ist tot

Kenneth Kaunda galt als Christ und Sozialist Sein Land führte er in die Unabhängigkeit. Er versuchte sich lange am „sambischen Humanismus“. Nun starb er im Alter von 97 Jahren.

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Nach seinem Rückzug aus der Politik widmete sich Kaunda seiner Stiftung für Aids-Waisen und war auch für die UN und die Afrikanische Union tätig.
© STEPHANE DE SAKUTIN

Lusaka – Der Gründerpräsident des heutigen Sambias ist tot. Kenneth Kaunda starb am Donnerstag im Alter von 97 Jahren in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Lusaka an einer Lungenentzündung, wie seine Söhne Panji und Kambarage Kaunda mitteilten. Inmitten der dritten Corona-Welle auf dem afrikanischen Kontinent war er dort erst vor wenigen Tagen eingeliefert worden.

Der Missionarssohn und ausgebildete Lehrer galt bisher als einer der letzten Überlebenden in der Runde der afrikanischen Unabhängigkeitshelden. Als erster Präsident des nachkolonialen Sambias hatte „Genosse KK“, wie er auch genannt wurde, eine Verschmelzung christlicher und sozialistische Werte zu einem „sambischen Humanismus“ versucht.

Kämpfer gegen den Kolonialismus

Kaunda hatte sich wie viele afrikanische Intellektuelle seiner Zeit dem Kampf gegen den Kolonialismus verschrieben und verbrachte deswegen im damals britisch regierten Nord-Rhodesien mehrere Monate in Haft. Nach dem Wahlsieg der heute von seinem Sohn Tilyenji geführten Vereinten Nationalen Unabhängigkeitspartei im Jahr 1964 wurde er Präsident und setzte die Unabhängigkeit des heutigen Sambia durch. Der wegen seines autokratischen Führungsstils wiederholt in die Kritik geratene Kaunda war einst auch ein wichtiger Unterstützer des Kampfes gegen Südafrikas rassistische Apartheidregierung.

Nach seinem Rückzug aus der Politik widmete sich Kaunda seiner 2003 gegründeten Stiftung für Aids-Waisen und war auch für die UN und die Afrikanische Union tätig. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sind viele Straßen, Gebäude und selbst Flughäfen nach ihm benannt. Selbst im hohen Alter erhob er immer wieder öffentlich seine Stimme gegen Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung von Minderheiten. (APA/dpa)

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