Migranten in Tirol: Keine Arbeit, kein Lohn, kein Aufenthaltstitel

Die Sozial- und Rechtsberatung der Diakonie betreut Migranten und Geflüchtete und wird vom Land Tirol mit 150.000 Euro gefördert.

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Innsbruck – Schon vor Beginn der Pandemie waren Migranten stärker armutsgefährdet als andere Bevölkerungsgruppen. Da diese Menschen oft in Berufen arbeiten, die durch Kurzarbeit und Lockdowns besonders betroffen waren, hat sich die Lage weiter zugespitzt. Die Sozial- und Rechtsberatung des Diakonie-Flüchtlingsdienstes, bislang hauptsächlich für Fragen rund um Aufenthaltstitel zuständig, wird deshalb um andere Bereiche, wie Miet- oder Familienangelegenheiten, ausgebaut. Das Projekt wird vom Land Tirol mit 150.000 Euro gefördert.

„Auch viele Migranten, die bereits Jahre in Tirol leben, sind in den vergangenen Monaten zu uns gekommen“, sagte Simone Rabl von der Diakonie-Sozialberatung gestern bei einer Pressekonferenz. „Sie waren von der Corona-Krise besonders hart getroffen, für einige Aufenthaltstitel ist ein gewisses Einkommen notwendig.“ Fehlt die Beschäftigung, gibt es keinen Lohn und der Verbleib in Österreich sei gefährdet. „Hier setzen wir an“, meinte Rabl. Es wird versucht, dass die Menschen in ihren Wohnungen bleiben können, zu essen haben, bis sie irgendwo angestellt werden. Um juristische Fragen kümmern sich die Rechtsexperten.

Im Vorjahr wurden 912 Männer und Frauen unterstützt. „Wir wollen ihnen auch das Werkzeug mitgeben, damit sie künftig solche Aufgaben selbst bewältigen können“, erklärte Johanna Maier von der Diakonie-Rechtsberatung. Die zuständige Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne) meinte, das Angebot sei mit Anlaufstellen in Innsbruck, Wörgl und Imst „auch regional aufgestellt und mit der Möglichkeit von psychosozialer Betreuung sehr weit gefasst“. (bfk)

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